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24.09.2010

Eine Verwandlung, die Wellen schlägt

„Warm anziehen und chic machen!“, lautete die Idee der Architekten für die Modernisierung und Neugestaltung eines Laubenganghauses in der Hamburger Oberaltenallee.

Der vormals kantige Baukörper zeigt sich jetzt in auffallend organischer und fließender Form. Eine aufwendige Metamorphose, die energetisch und optisch gelang – mit einem unverwechselbar expressiven Konzept und WDVS-Spezialanfertigungen von Brillux.

Das expressive Gesamtkonzept der Fassadengestaltung mit seinem weichen Fluss fußt im Wesentlichen auf den neuen organischen Balkon-Fertigbauteilen und den frisch angebrachten Wärmdämm-Modulen des Lieferanten Brillux, die dem Gebäude die neue Kontur geben. Das klingt zunächst einfach, beinhaltet aber im Detail eine ganze Reihe von technischen Finessen.

Auf der Nordseite mit dem Hauptzugang fällt ins Auge, wie sorgfältig die organisch anmutende neue Ansicht entwickelt wurde: Der Westgiebel des giebelständigen Gebäudes, dem sich der Besucher als erstes nähert, und die Wandscheibe des vormals eckig vorspringenden Treppenhausturmes erhielten weiche vertikale Kurven. Da nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik und der zur Zeit der Fertigstellung gültigen allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung nur Dämmstoffstärken bis 30 Zentimeter zugelassen waren, mussten die Planer in die Trickkiste greifen: Um den Schwüngen mehr Tiefe und Prägnanz zu verleihen, wurden an der Giebelfläche und der Wandscheibe des Treppenhauses dreieckige Mauervorlagen an den Fassaden hochgeführt. Auf der Südseite des Gebäudes stellt ein ebenfalls zwischen 20 und 30 Zentimeter starkes, radiales WDV-System die gewünschte weich fließende Kontur her.

Die neuen, großzügigen Balkone – aus organisch geformten Beton-Fertigteilen mit verschiedenen ausgeschnittenen, mit Lochblechen verkleideten Brüstungen – krönen die neue Wellenbewegung an der Fassade; dazu trägt auch die asymmetrische Verteilung der Balkonvarianten bei. Die Balkone wurden nur armiert und geputzt, da sie thermisch getrennt vor die Fassade gestellt wurden, um Wärmebrücken zu vermeiden. Große Sorgfalt wurde darauf gelegt, dass die Sohlbankabdeckungen der Fenster in einer horizontalen Linie mit den Abdeckungen der Balkone und den Brüstungen der Laubengänge liefen.

Ungewöhnliche Ideen – mit ungewöhnlichen Brillux Lösungen realisiert

Das Konzept „metamorph“ lebt von dem kreativen Ansatz, die eckigen Gebäudekonturen organisch zu entwickeln, und bedient sich dabei der Wärmedämmung als Gestaltungsmittel. Standard-Dämmplatten kamen daher nicht infrage. Für das Hamburger Modernisierungsprojekt schuf Brillux eine maßgeschneiderte Lösung: Die Technischen Berater der Brillux Niederlassung Hamburg/Billbrook entwickelten zunächst einen Verlegeplan, nach dem die gerundeten WDVS-Module montiert werden konnten, ohne Kreuzfugen zu bilden.

Dann wurden die Rundungen für fünf verschiedene Kurventypen, die im Bauvorhaben gefordert wurden, genau nach Aufmaß aus den Platten ausgefräst – so passgenau, dass sie auf der Baustelle auf den rund 2.500 Quadratmetern der Außenwand ohne weiteren Zuschnitt nur noch im Baukastensystem montiert werden mussten. Dabei war die Sonderanfertigung nur ein Teil der intensiven Kooperation. Im Vorfeld hatten die Brillux Berater die Details mit den Architekten und dem Bauherrn minutiös geplant. Zur Generalprobe lud Brillux in die eigenen Räume: Hier war inzwischen  eine Musterwand im Originalmaßstab des individuell gefertigten Wärmedämm-Verbundsystem entstanden, an dem alle Einzelheiten zwischen Bauherr, Architekten und dem ausführenden Malerbetrieb (Goldammer + Martens aus Hamburg) geklärt werden konnten.

Der  Vorstand und der Aufsichtsrat der Baugenossenschaft FLUWOG-NORDMARK eG konnten sich anhand der Modellwand von der Wirkung der radialen Fassadenelemente überzeugen. Besonders effektiv erwies sich, dass hier im Vorfeld auf Fragen Antworten gefunden werden konnten, die sonst den Baubetrieb unnötig aufgehalten hätten. Dazu zählten gestalterische Gesichtspunkte wie die Verarbeitung des gewünschten Kratzputzes auf dem gerundeten Untergrund und die Festlegung der idealen, optisch tragenden Radien für die Rundungen an der Nord- und Westseite des Gebäudes.

Als optimales Experimentierfeld erwies sich der Musteraufbau auch für die Lösung technischer Fragen, die die ungewöhnliche WDVS-Kurven aufwarfen: In den Räumen der Brillux Niederlassung Hamburg/Billbrook wurden das ideale Armierungsverfahren und die Einarbeitung von Brandriegeln aus Mineralwolle vorab getestet.

Den kompletten Bericht, der auch in der September-Ausgabe der Zeitschrift „BundesBauBlatt“ erschienen ist, können Sie als PDF öffnen und nachlesen.
Das Gebäude belegte im Fassadenpreis 2010 den 1. Platz in der Kategorie "Energieeffiziente Fassadendämmung".