
Fachbegriffe
Von A bis Z – umfassend und klar erläutert
- Abbeizfluid
Neutral lösendes Abbeizmittel.
- Abbeizmittel
Entsprechend DIN 55 945 ein alkalisches, saures oder neutrales Mittel, das auf eine trockene Beschichtung aufgebracht wird und diese so erweicht, dass sie entfernt werden kann. Abbeizmittel können flüssig oder pastenförmig sein. Die alkalischen Abbeizmittel werden auch "Ablaugmittel" und die neutralen (lösenden) Abbeizmittel auch "Abbeizfluide" genannt.
- Abbinden, Abbindeverhalten
Bezeichnet ganz allgemein den übergang vom flüssigen oder pastenförmigen in den festen Zustand. Dies kann physikalisch (z. B. durch Verdunsten von Lösemitteln oder Wasser), chemisch (z. B. durch Oxidation oder Polymerisation) oder auf kolloidchemischem Wege (z. B. durch Ausfällen einer Dispersion) geschehen. Je nach Art des Materials gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Abbindeverhalten im jeweils gewünschten Sinne zu beeinflussen: Veränderung der Temperatur, Zusatz von Additiven zur Beschleunigung oder Verzögerung, Variation in der Schichtstärke, Druck u. a. Hierdurch kann auch die Abbindezeit gesteuert werden. Das Abbinden bzw. Festwerden von Mörtel, Gips oder Zement (Beton) wird zutreffender als "Erstarren" bezeichnet. Hierbei ist die Endhärte mit dem Festwerden noch nicht erreicht, sondern dieser Vorgang erstreckt sich, in Abhängigkeit von den Umgebungsbedingungen, über einen mehr oder minder langen Zeitraum.
- Ablauger
Alkalisches Abbeizmittel.
- Ablüftzeit
Gemäß DIN EN 971-1 auch Abdunstzeit genannt: Zeit, die zwischen dem Auftragen aufeinander folgender Beschichtungen (nass in nass) oder zwischen Auftrag und darauf folgendem Einbrennen oder Strahlungshärten zum Verdunsten des Großteils der flüchtigen Anteile erforderlich ist.
- Absorbieren
Verschlucken von Energie, z. B. von Strahlen, durch Umwandlung in Wärme. So absorbieren z. B. Eisenoxidpigmente in Lasuren die kurzwelligen UV-Strahlen, setzen sie in Wärme um und machen sie dadurch für die Holzoberfläche unschädlich.
- Absperrmittel
Auch als Isoliergrund oder Sperrgrund bezeichnet, sind Absperrmittel filmbildende Voranstriche, welche die Einwirkung von Stoffen aus dem Untergrund auf eine Beschichtung (oder zwischen einzelnen Schichten eines Systems) verhindern sollen. Hierzu gehören z. B. das Durchschlagen von Nikotin- oder Wasserflecken, von Holzinhaltsstoffen aus Hartfaser- und Press-Spanplatten oder astreichen und tropischen Hölzern oder von färbenden Bestandteilen der Deckschicht von Gipskartonplatten. Um ein Durchschlagen sicher auszuschließen, müssen derartige Absperrmittel einen porenfreien Film bilden.
- Acrylharze
Bindemittel, die sowohl in Wasser dispergiert, wie auch in Lösemitteln gelöst werden. In physikalisch trocknenden Anstrichmitteln eingesetzt, zeichnen sie sich durch besonders gute Wetterbeständigkeit aus.
- Additiv
Zusatzstoff oder Hilfmittel, gemäß DIN EN 971-1: Substanz, die einem Beschichtungsstoff in kleinen Mengen zugesetzt wird, um eine oder mehrere Eigenschaft(en) zu verbessern oder zu modifizieren. Dazu gehören z. B. Netzmittel, Entschäumer, Beschleuniger.
- AGI
Arbeitsgemeinschaft Industriebau e. V. (AGI). Die AGI ist ein eigenständiger Verband mit Gründungsjahr 1958 und vereinigt Industrie- und Wirtschaftsunternehmen unterschiedlichster Branchen. Mitglieder sind sowohl industrielle Bauabteilungen als auch im Industrie- und Gewerbebau tätige Produkthersteller aus der Bauindustrie sowie Planungs- und Ingenieurbüros. Adresse: Schiffgraben 37, 30175 Hannover, Tel.: 05 11 / 99 10 - 340/341, Fax: 05 11 / 99 10 - 342
- Air-Mix-Spritzverfahren (Aircoat)
Zurzeit die beste Spritzform für Acryl-Lacke, aber auch für Alkydharzlacke auf großen Flächen. Das luftunterstützte Airless-Spritzen erzielt eine glatte Lackoberfläche bei wenig Overspray. Das Material wird mit einem Druck von ca. 20 bis 150 bar in die Pistole gepumpt, und zusätzlich wird durch eine getrennte Leitung Luft mit 0,5 bis 2,5 bar und einem Volumen von 100 - 150 Liter pro Minute in dieselbe Pistole gepresst. Die Kombination von Materialdruck, Luftdruck, Luftmenge und Düsentechnik erzielt eine feine Materialzerstäubung.
- Airless-Spritzverfahren
Airless (= luftloses) Spritzverfahren für die Verarbeitung von Lacken und Dispersionen auf großen Flächen. Bei diesem Verfahren wird der Beschichtungsstoff nur über den Materialdruck zerstäubt. Geräte mit einer Membran- oder Kolbenpumpe können Drücke bis ca. 280 bar erzeugen, jedoch wird im Regelfall mit einem Druck von 80 bis 140 bar gearbeitet. Durch die hohe Energie, mit der die Farbtropfen auf die Fläche prallen, wird immer eine leichte Oberflächenstruktur erzeugt bei verhältnismäßig wenig Overspray.
- Alkalität (Allgemein)
Die (alkalische) Reaktion von chemischen Verbindungen, Stoffen und Substanzen im pH-Bereich oberhalb des Neutralpunkts 7. Bei Werten von nur wenig über 7 spricht man von schwacher, bei Werten in der Nähe des messbaren Endpunktes 14 von starker Alkalität. Beschichtungsstoffe für Kunstharzputze liegen meist im schwach alkalischen Bereich zwischen 7,5 und 8,5, während Substrate wie frischer Beton, Faserzementplatten oder neuer mineralischer Unterputz im stark alkalischen Bereich bis nahe pH 14 liegen können.
- Alkalität (Beton)
Stark basische Wirkung des Porenwassers im Zementstein, die sich durch Lösung von Calciumhydroxid einstellt (siehe auch pH-Wert).
- Alkydharzlack
Enthält als charakteristischen Filmbildner Alkydharz. Die Filmbildung kann nach mehreren Mechanismen erfolgen. Lufttrocknende Alkydharzlacke trocknen oxidativ, wärmehärtende Alkydharzlacke (Einbrennlacke) härten unter Beteiligung anderer Filmbildner.
- Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (AbZ) für WDVS
Mit der Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung wird die Erfüllung der Anforderung an Wärmedämm-Verbundsysteme nachgewiesen. Im Einzelnen sind dies die Nachweise für Standsicherheit, Brandschutz, Wärmeschutz, Feuchteschutz und Schallschutz. Des Weiteren ist in diesen Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen festgelegt, dass jede einzelne Systemkomponente eines WDV-Systems von demselben Hersteller geliefert werden muss. Dieses Verfahren dient zum Nachweis der Verwendbarkeit von nicht geregelten Bauprodukten und Bauarten im bauaufsichtlichen Bereich. Das Ergebnis wurde früher "Zulassungsbescheid" genannt, heute "Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung". Darin sind unter anderem technische Angaben oder Verwendbarkeitsangaben geregelt. Je nach ihrer Anwendung werden WDV-Systeme verschiedenen Anforderungsbereichen zugeteilt. Die Rechtsgrundlage in den jeweiligen Bauordnungen entspricht § 21 Musterbauordnung. Zuständig für die Erteilung von AbZ ist das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt).
- Ammoniakalische Netzmittelwäsche
Untergrundvorbehandlung für Zink- und verzinkte Flächen zur Reinigung und zum Entfetten. Mit Hilfe eines Kunststoffvlieses (z. B. "Scotch Britt") und einer Lösung aus Salmiakgeist und Wasser werden vorhandene Oxidschichten (Zinksalze) entfernt und die Flächen gleichzeitig gereinigt und entfettet. Das Netzmittelgemisch besteht aus: 10 Liter Wasser + ½ Liter Salmiakgeist (25 %ig) + 2 Kronkorken Netzmittel (z. B. Spülmittel). Die zu reinigende Zinkoberfläche wird mit der Reinigungsflüssigkeit und dem Kunststoffvlies sorgfältig nass geschliffen bis ein Schaum entsteht. Danach werden die Flächen gründlich mit reichlich sauberem Wasser nachgewaschen.
- Anfertigungsnummer bei Tapeten
In der Herstellung vergebene Seriennummer aus Zahlen, Buchstaben oder Kombination. Diese Kontrollnummer ist auf jedem Einleger der Tapetenrollen aufgedruckt. Auf Wand- bzw. Deckenflächen sind nur Tapetenrollen gleicher Anfertigungsnummer zu verarbeiten.
- Anhydritestrich
Auch Calciumsulfatestrich genannt. Anhydritestrich (AE) besteht aus dem Bindemittel Calciumsulfat (CaSo4) und Zuschlagstoffen wie Sand und Kies. Diese werden je nach gestellter Anforderung an die Festigkeiten in einem bestimmten Mischungsverhältnis (gemäß DIN 1045) zugegeben. Eigenschaften: Hell- bis grau-beiger Farbton, ebene und feste Oberfläche, spannungsarm, kompaktes Gefüge, rissfrei, formbeständig, keine Bewehrung erforderlich, hohe Frühfestigkeiten, große Flächen können ohne Dehnungsfugen hergestellt werden, feuchtigkeitsempfindlich, nur für den Innenbereich geeignet. Grundsätzlich sind Anhydritestriche der Klassifizierung AE 30 bzw. AE 40 für eine Beschichtung geeignet, in Abhängigkeit der nachfolgenden Beanspruchung. Die max. zulässige Restfeuchte / Haushaltsfeuchte beträgt 0,5 CM%.
- Anlaugen
Mithilfe chemischer, in Wasser gelöster Substanzen, werden alte, durchgehärtete Lackierungen gereinigt und mattiert, um eine bessere Haftung des nachfolgenden Anstrichfilms zu gewährleisten.
- Anorganische Beschichtungsstoffe
Beschichtungsstoffe, die nicht auf Kohlenstoffverbindungen basieren, z. B. Silikat-, Mineralfarben und -putze. Gegensatz: organische Beschichtungsstoffe.
- Antistatische Ausrüstung
überwiegend synthetische Faserstoffe werden zur Verhinderung von elektronischer Aufladung mit Spezialpräparaten ausgerüstet, einschließlich Zusatz von Kupferbändern. Neben der normalen antistatischen Ausrüstung, die im Laufe der Zeit durch die Benutzung und Grundreinigungsmaßnahmen an Wirkung verliert, ist die permanente antistatische Ausrüstung mit Kupferbändern von Bedeutung.
- Appretur
Glasgewebe wird mit einer Appretur versehen, die der Festigung des in sich weichen Rohgewebes dient, bestehend aus speziellen modifizierten Stärkeprodukten auf natürlicher Basis. Bei CreaGlas Gewebe wird die Appretur im speziellen Rotationssiebdruckverfahren, einem der technisch aufwendigsten, aber qualitativ hochwertigsten, Verfahren aufgebracht. Die Art der Appretur-Aufbringung ist mitentscheidend für die späteren Verarbeitungseigenschaften und die wesentlichen Qualitätsmerkmale des Glasgewebes.
- Aromatenfrei
Sind Produktformulierungen, in denen keine Kohlenwasserstoffverbindungen (Aromate) in Bindemittellösungen, Additiven oder Lösemitteln enthalten sind. Die aromatenfreien Alkydharzlacke verbinden Qualität mit Umwelt schonenden Eigenschaften. Durch die Verwendung von Isoparaffin an Stelle von Testbenzin sinkt die Lösemitteldampfkonzentration bei Lackierarbeiten mit aromatenfreien Produkten in Innenräumen ohne Belüftung auf beeindruckend niedrige Werte. Die sonst so typische starke Geruchsbelästigung ist spürbar reduziert, die Produktqualität in Deckkraft, Glanzgrad, Oberflächenhärte und Haltbarkeit bleibt jedoch erhalten.
- Ausblühung
Farblich auffallende Abscheidung von Salzen auf der Bauteiloberfläche, die in Wasser gelöst auf die Oberfläche des Betons transportiert wurden.
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