
Fachbegriffe
Von A bis Z – umfassend und klar erläutert
- Haftbrücke
Haftungsverbessernde Schicht, zwischen einem ausgehärteten Untergrund und darauf folgenden Stoffen, um eine einwandfreie Verbindung (Haftung/Arretierung) mit den nachfolgend aufzubringenden Schichten z. B. neuer Mörtelschichten, Spachtelmassenschichten, Klebstoffen usw. zu erreichen. Die nachfolgende Schicht muss oftmals in die noch nicht ausgehärtete Haftbrücke eingearbeitet werden.
- Haftzugfestigkeit (N/mm²)
Widerstand einer Beschichtung oder einer oberflächennahen Baustoffschicht am Untergrund gegen eine mechanische Trennung. Die Haftzugfestigkeit wird bestimmt mit Hilfe eines aufgeklebten Stempels, der durch ein Haftzugprüfgerät senkrecht zum Untergrund abgezogen wird.
- Heat-set (Garn)
Englischer Begriff für "fixiertes Garn". Garndrehungen, durch Spinnen oder Zwirnen, werden durch Erhitzen fixiert. Für Kräuselschlingen oder Kräuselvelours.
- Hellbezugswert
Hellbezugswert ist der Reflektionsgrad eines bestimmten Farbtons zwischen dem Schwarzpunkt = 0 und dem Weißpunkt = 100. Der Hellbezugswert gibt dabei an, wie weit der betreffende Farbton vom Schwarz- oder Weißpunkt entfernt ist. So sagt ein Hellbezugswert von 85 für einen gelblichen Farbton aus, dass dieser sehr hell sein muss, dass andererseits ein brauner Farbton mit einem Hellbezugswert von 15 relativ dunkel ist, während sich ein blauer Farbton mit einem Hellbezugswert von 52 im mittleren Bereich bewegt. Entscheidend für den Hellbezugswert sind weder der Glanzgrad noch das verwendete Bindemittel, sondern allein Art und Höhe der farbigen Pigmentierung.
Dunklere Farbtöne im Außenbereich unterliegen infolge des andauernden Wechsels zwischen Erwärmung durch Sonneneinstrahlung und Abkühlung während der Nachtstunden größeren Temperaturspannungen als heller eingefärbte Beschichtungen. Dies spielt z. B. eine besondere Rolle bei Wärmedämm-Verbundsystemen mit dem gegen Wärme und Kälte isolierenden Untergrund (Polystyrol-Hartschaum oder Mineralwolle) und der darauf befindlichen Putzbeschichtung, sodass unter anderem hierbei bestimmte Hellbezugswertgrenzen eingehalten werden müssen.
- Hilfsmittel
Siehe Additiv
- Hochdruck-Spritzverfahren
In erster Linie für die Verarbeitung von lösemittelhaltigen 1- und 2-komponentigen Lacken geeignet. Erreicht wird eine erstklassig glatte Oberfläche bei feinster Materialzerstäubung. Bei der Verarbeitung entsteht relativ viel Spritznebel (Overspray). Für das Hochdruckspritzen sind leistungsstarke Kompressoren wichtig, die den erforderlichen Luftdruck und das notwendige Luftvolumen erreichen. Die hoch zerstäubenden Pistolen werden mit 1 bis 6 bar und einem Luftvolumen von 200 bis 380 l pro Minute betrieben.
- Hochflor
Ist die Bezeichnung bei Velours mit einer Polhöhe über Träger ab ca. 10 mm: bei normalem Garn: "Splush" bei fixiertem Garn: "Saxony". ab ca. 15 mm: überwiegend aus fixiertem Garn: "Shag".
- HVLP-Spritzverfahren
HVLP (= High Volume Low Pressure - Hohes Luftvolumen bei niedrigem Druck) Vorrangig für die Verarbeitung von Lacken. Deutlich geringere Struktur als beim Niederdruck-Spritzverfahren, jedoch noch nicht so glatt im Vergleich zum Hochdruck-Spritzverfahren. Durch den hohen Lackübertragungsgrad (> 65 %) entsteht deutlich weniger Overspray. Der Eingangsluftdruck von ca. 3 bis 4,5 bar wird mit einem Druckumwandler (Airconverter) im Pistolengriff auf einen Düseninnendruck von max. 0,7 bar reduziert. Das Luftvolumen pro Minute liegt bei ca. 380 Liter.
- Hydratation
Reaktion eines Stoffes bei der Wasser chemisch-physikalisch gebunden wird. Die Reaktion führt bei Zement zur Gel-Bildung und Erhärtung.
- Hydrophobierung
Schutzbehandlung, die eine Baustoffoberfläche dadurch Wasser abweisend macht, dass deren Saugfähigkeit durch Auskleidung der Porenwandungen herabgesetzt wird. Als Hydrophobierungsmittel kommen pigment- und füllstofffreie Produktgruppen (vorwiegend Silane, Siloxane und Silicone) zur Anwendung, die nicht Film bildend wirken.
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