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Baufeuchte

Baufeuchte ist der im Laufe der Bauausführung entstehende Feuchtigkeits- bzw. Wassergehalt in Bauwerken und Bauteilen. Baufeuchte entsteht durch die eingebauten "feuchten" Baustoffe Beton, Mörtel und Estrich. Hinzu kommt die Feuchtigkeit durch Witterungseinflüsse wie Regen und Schnee während der Rohbauphase vor der Dachdeckung bzw. -abdichtung. Aufgrund ihrer porösen Struktur speichern vor allem bestimmte Baustoffe wie Ziegel, Beton und Mauerwerkssteine hohe Wasseranteile. Diese Bauteile geben die in ihren Poren enthaltene Feuchtigkeit langsam wieder an die Luft ab. Durch Abkühlung der Luft kann die daraus entstehende Kondesfeuchte zu Schäden an Bauteilen führen (Korrosion, Frostabsprengungen an der Oberfläche, Erhöhung der Wärmeleitfähigkeit, Schimmelpilzbildung). Die zulässige Konzentration der Baufeuchte in Baustoffen ist in der DIN 4108, Teil 4, anhand von Kennwerten, die den jeweiligen Feuchtegehalt angeben, festgelegt.

Bauproduktenverordnung BauPVO

Die Bauproduktenverordnung (englisch "Construction Products Regulation" - CPR) legt fest, dass für Bauprodukte einheitliche europaweit gültige Regeln, zum Beispiel europäische Normen, gelten sollen. Wenn ein Bauprodukt einer solchen Regel entspricht, wird es mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet. Bauprodukte ohne diese Kennzeichnung dürfen in Europa nicht verwendet werden. Ausgenommen sind nur solche Produkte, für die es noch keine europäischen Normen gibt. Die Bauproduktenverordnung enthält Pflichten für Hersteller und Händler, nicht jedoch für die Verwender der Bauprodukte. Für die Verarbeiter ergeben sich die Pflichten aus der jeweiligen Landesbauordnung und natürlich den Vertragsgrundlagen und Ausführungsregeln. Die konkreten Anforderungen an den Bauprodukten stehen nicht in der Bauproduktenverordnung, sondern in den geltenden Normen, zum Beispiel für Putze in der EN 998-1. In Ausnahmefällen kann es vorkommen, dass ein Bauprodukt mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet ist und dennoch in Deutschland nur eingeschränkt verwendet werden kann, wenn nicht zusätzliche nationale Anforderungen erfüllt werden. Das gilt zum Beispiel für Dämmstoffe. Solche "Zusatzanforderungen" sind in der sogenannten "Bauregelliste B" zu finden, die vom Deutschen Institut für Bautechnik veröffentlicht wird. Die BauPVO wurde am 9. März 2011 vom Europäischen Parlament in Kraft gesetzt und ist für alle Mitgliedsstaaten der EU verbindlich. Um allen Beteiligten die Möglichkeit der Umstellung zu geben, wurde ein stufenweises Inkrafttreten vereinbart. Seit dem 1. Juli 2013 gilt die BauPVO in ganzer Länge auch in Deutschland.

Baustoffklasse (Brandverhalten)

Dient der Einteilung von Baustoffen bezüglich ihres Brandverhaltens nach DIN 4102 und DIN EN 13051-1. Ihre Kennzeichnung erfolgt in der nationalen Norm durch die Buchstaben A und B und durch die Zahlen 1 bis 3. Nach der europäischen Norm gilt es - wie nachfolgend dargestellt - für die brennbaren Baustoffe ein abweichendes Kennzeichnungssystem:

Nach DIN 4102:

A1 = nicht brennbarer Baustoff ohne jegliche brennbaren Bestandteile.

A2 = nicht brennbarer Baustoff mit geringen brennbaren Bestandteilen.

B1 = brennbarer Baustoff mit schwer entflammbaren Eigenschaften.

B2 = brennbarer Baustoff mit normal entflammbaren Eigenschaften.

B3 = brennbarer Baustoff mit leicht entflammbaren Eigenschaften (bauaufsichtlich als Baustoff nicht verwendbar).

Nach DIN EN 1305-1 *:

A1 = nicht brennbarer Baustoff 100% anorganische Bestandteile

A2 = nicht brennbarer Baustoff mit geringen Anteil an anorganischen Bestandteilen

B, C = schwer entflammbar

D, E = normal entflammbar

F = leicht entflammbar

* Weitere Beurteilungskriterien nach Rauchentwicklung (s = smoke) und dem Abtropfverhalten (d = droplets).

Bauteilverfahren

Nachweisverfahren gemäß EnEV, bei dem der U-Wert des jeweiligen betroffenen Bauteils (z. B. Außenwand, oberste Geschossdecke, Kellerdecke) einen Grenzwert nicht überschreiten darf. Dieses Nachweisverfahren wird in der Regel bei bestehenden Gebäuden, bei kleinen Neu- bzw. Anbauten (bis maximal 50 m²) angewendet.

Bauteilverfahren gemäß EnEV

Hierbei handelt es sich um ein Nachweißverfahren gemäß EnEV bei dem der U-Wert des jeweiligen betroffenen Bauteils (z. B. Außenwand, oberste Geschossdecke oder Kellerdecke) die an unbeheizte Räume oder das Erdreich angrenzen, einen Grenzwert nicht überschreiten dürfen. Dieses Nachweisverfahren wird in der Regel bei bestehenden Gebäuden, bei kleinen Neu- bzw. Anbauten (bis maximal 50 m²) angewendet.

BEB

Bundesverband Estrich und Belag e. V. (BEB). Der BEB ist ein moderner Dienstleister für die Betriebe des deutschen Estrich- und Belaggewerbes. Der Verband berät seine Mitgliedsunternehmen vorwiegend in technischen Fachfragen. Gestärkt mit dieser Kompetenz sind die BEB-Mitglieder in der Lage, eine hochwertige Bauausführung zu erbringen. Bauherren und Architekten können mit hohem technischen Wissen optimal beraten werden. Adresse: Industriestr. 19, 53842 Troisdorf, Tel.: +49 (0)2241 39739-60, Fax: +49 (0)2241 39739-69

Begrenzt maßhaltige Bauteile

Gemäß DIN EN 972-1: Holzbauteile, für die eine Maßänderung in begrenztem Umfang zugelassen ist, z. B. Verbretterungen mit Nut und Feder, Gartenmöbel, Fensterläden (siehe auch nicht maßhaltige und maßhaltige Bauteile).

Belag (Bodenbeschichtung)

Im Bodenbeschichtungssystem wird je nach Schichtdicke zwischen >> Imprägnierung/Grundierung, >> Versiegelung, >> Beschichtung, >> Belag und >> Reaktionsharz-Estrich unterschieden. Der Begriff Belag wird in dem Merkblatt der >> AGI nicht definiert, gemäß dem Merkblatt des >> BEB über eine Schichtdicke von mind. 2,0 mm i. d. R. 3,0-6,0 mm.

Beschichtung (allgemein)

Auch Beschichtungsaufbau oder Beschichtungssystem, gemäß DIN EN 971-1: Gesamtheit der Schichten aus >> "Beschichtungsstoffen", die auf einen Untergrund aufzutragen sind oder aufgetragen wurden. Anmerkung: Der deutsche Fachausdruck "Beschichtung" ist im Sinne dieser Norm der Oberbegriff für Lackierungen, Anstriche, Kunstharzputze usw.

Beschichtung (Bodenbeschichtung)

Im Bodenbeschichtungssystem wird je nach Schichtdicke zwischen Imprägnierung/Grundierung, Versiegelung, Beschichtung, Belag und Reaktionsharz-Estrich unterschieden. Der Begriff Belag wird in dem Merkblatt der AGI nicht definiert, gemäß dem Merkblatt des BEB ist ein Belag über eine Schichtdicke von mind. 2,0 mm, i. d. R. 3,0-6,0 mm.

Beschichtungsstoff

Gemäß DIN EN 971-1: Flüssiges, pastenförmiges oder pulverförmiges Produkt, das, auf einen Untergrund aufgetragen, eine Beschichtung mit schützenden, dekorativen und/oder anderen spezifischen Eigenschaften ergibt.

Beton

[französisch, wahrscheinlich von lateinisch bitumen, "Schlamm, Asphalt"] Im engeren Sinne ein Baustoff, der entsprechend den gültigen Bauvorschriften (insbesondere der DIN 1045) aus Zement als Bindemittel, Betonzuschlag, Wasser und ggf. auch Betonzusatzmitteln und Zusatzstoffen entsteht. Seine einfache Herstellung und Formbarkeit, die Wirtschaftlichkeit der Ausgangsstoffe, die Entwicklung einer Betontechnologie auf wissenschaftlicher Grundlage und der Einsatz rationeller Schalungs- und Einbauverfahren machen den Beton zu einem in allen Gebieten des Bauwesens vielseitig einsetzbaren Baustoff. Nach Rohdichte und Zuschlagverwendung unterscheidet man verschiedene Betonarten wie Schwer-, Leicht-, Poren-, Kiesbeton u. a. Solange der Beton verarbeitbar ist, heißt er Frischbeton. Grüner Beton ist der gerade in die Form eingebrachte und verdichtete Beton, in der Anfangsphase seiner Erhärtung spricht man von jungem Beton, bei erhärtetem Beton von Festbeton. Ortbeton wird als Frischbeton in Bauteile (Schalungen) in ihrer endgültigen Lage eingebracht und erhärtet dort, wogegen Fertigteile und Betonwaren erst nach ihrer Erhärtung an den Einbauort gebracht und dort eingebaut werden. Transportbeton wird im Gegensatz zu Baustellenbeton außerhalb der Baustelle in Transportbetonwerken zusammengesetzt, im Werk oder Fahrzeug gemischt und der Baustelle einbaufertig angeliefert. Die Ausgangsstoffe des Betons werden heute üblicherweise in Maschinen gemischt. Die Verarbeitbarkeit des Frischbetons kann durch die Bestimmung seiner Konsistenz, die als steif, plastisch oder weich bezeichnet wird, beurteilt werden.

Betonersatz

Ersatz von fehlendem oder geschädigtem Beton in oberflächennahen Bereichen.

Betonersatz-System (Betonschutz)

Zement- oder kunststoffgebundener Beton oder Mörtel mit zugehöriger Haftbrücke sowie ggf. Korrosionsschutz und Ausgleichs- bzw. Kratzspachtel.

Betonestrich

Durch Hartstoffzusätze (Natursplitt, Siliciumcarbid, Elektrokorund usw.) besonders druckfester Zement-Estrich, der speziell für Fußböden mit erhöhter Anforderung an die Strapazierfähigkeit (mechanische Belastbarkeit) verwendet wird.

Betonkorrosion

Nachteilige Veränderung eines Betons durch chemische und physikalische Einwirkungen.

Betonüberdeckung

Abstand zwischen der Außenkante eines in den Beton eingebetteten Bewehrungsstahls und der Betonoberfläche. Das Mindestmaß für die Betonüberdeckung ist in der >> DIN 1045, Tabelle 10, festgelegt und ist abhängig von den Umweltbedingungen und dem Stabdurchmesser.

Bewehrung

Siehe unter Armierung

Bewertetes Schalldämm-Maß Rw

Kenngröße für die Luftschalldämmung einer Außenwand in Abhängigkeit der flächenbezogenen Masse m [kg/m²] gemäß Beiblatt 1 zur DIN 4109. Einheit: dB.

BFS Merkblatt Nr. 21

Technische Richtlinie für die Planung und Verarbeitung von WDVS vom Bundesausschuss Farbe und Sachwertschutz (BFS).

BG-Regeln

Berufsgenossenschaftliche Regeln für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (BGR). Herausgegeben und zu beziehen bei dem HVBG (Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften) Adresse: Alte Heerstraße 111, 53757 Sankt Augustin, Tel.: 0 22 41 / 2 31-01, Fax: 0 22 41 / 2 31-13 33

Bindemittel (Beton)

Nicht flüchtiger Anteil (Zementleim, Reaktionsharz, Polymer) eines Betons, Mörtels oder Beschichtungsstoffes, der eingemischte Feststoffe (Zuschläge, Pigmente, Füllstoffe) durch chemische oder physikalische Erhärtung untereinander und mit dem Betonuntergrund fest verbindet.

Bindemittel (Farben- und Lacke)

Das Bindemittel ist der nicht flüchtige Anteil eines >> Beschichtungsstoffes ohne Pigment und Füllstoffe. Es erfüllt zwei wichtige Aufgaben: a) Es hält die Beschichtung zusammen und verursacht die Kohäsionskraft (= Zusammenhangskraft). In lasierenden und deckenden Beschichtungen verbindet das Bindemittel die Pigmente und Füllstoffe miteinander. b) Es verursacht die Adhäsionskraft (= Anhangskraft) der Beschichtung auf dem Untergrund.

Blastrac-Verfahren

Verfahren zur Untergrundvorbereitung, Entfernen nicht tragfähiger Schichten. Beim Blastrac-Verfahren, auch staubfreies Kugelstrahlen genannt, werden Stahlkugeln durch ein Schleuderrad auf den Boden geschlagen, mit dem Abrieb aufgesaugt und zurückgeführt. Da dieses Verfahren praktisch staubfrei arbeitet, kann in vielen Fällen auch bei laufender Produktion gearbeitet werden. Die erzielbaren Flächenleistungen liegen in Abhängigkeit vom Gerätetyp unterschiedlich hoch. Bei Estrichen kann, abhängig von der Festigkeit, der Abtrag sehr hoch sein.

Blockfestigkeit

Anstrichstoffe, die bei dem Zusammenfügen zweier beschichteter Flächen unter diversen Belastungen, z. B. Druck und Temperatur, nicht verkleben, sind blockfest.