Nach oben scrollen
Haftbrücke

Haftungsverbessernde Schicht zwischen einem ausgehärteten Untergrund und darauf folgenden Stoffen, um eine einwandfreie Verbindung (Haftung/Arretierung) mit den nachfolgend aufzubringenden Schichten, z. B. neue Mörtelschichten, Spachtelmassenschichten, Klebstoffe usw., zu erreichen. Die nachfolgende Schicht muss oftmals in die noch nicht ausgehärtete Haftbrücke eingearbeitet werden.

Haftzugfestigkeit (N/mm²)

Widerstand einer Beschichtung oder einer oberflächennahen Baustoffschicht am Untergrund gegen eine mechanische Trennung. Die Haftzugfestigkeit wird mithilfe eines aufgeklebten Stempels bestimmt, der durch ein Haftzugprüfgerät senkrecht zum Untergrund abgezogen wird.

Heatset (Garn)

Heatset bezeichnet in der Textilindustrie ein thermisches Verfahren, um die Eigenschaften von Garnen, Fasern und Gewebe zu verbessern. Dazu gehören: eine größere Stabilität, mehr Volumen im Garn und eine Erhöhung der Temperaturbeständigkeit. Besonders wichtig ist dieses Verfahren (im Gegensatz zum Schlingenteppich) bei den geschnittenen Teppichen wie z. B. dem Velours-Teppich, dem Shaggy und dem Frieze-Teppich.

Hellbezugswert

Hellbezugswert ist der Reflextionsgrad eines bestimmten Farbtons zwischen dem Schwarzpunkt = 0 und dem Weißpunkt = 100. Der Hellbezugswert gibt dabei an, wie weit der betreffende Farbton vom Schwarz- oder Weißpunkt entfernt ist. So sagt ein Hellbezugswert von 85 für einen gelblichen Farbton aus, dass dieser sehr hell sein muss, dass andererseits ein brauner Farbton mit einem Hellbezugswert von 15 relativ dunkel ist, während sich ein blauer Farbton mit einem Hellbezugswert von 52 im mittleren Bereich bewegt. Entscheidend für den Hellbezugswert sind weder der Glanzgrad noch das verwendete Bindemittel, sondern allein Art und Höhe der farbigen Pigmentierung.

Dunklere Farbtöne im Außenbereich unterliegen infolge des andauernden Wechsels zwischen Erwärmung durch Sonneneinstrahlung und Abkühlung während der Nachtstunden größeren Temperaturschwankungen als heller eingefärbte Beschichtungen. Dies spielt z. B. eine besondere Rolle bei Wärmedämm-Verbundsystemen und der darauf befindlichen Putzbeschichtung.

Auf WDV-Systemen muss der Hellbezugswert der Schlussbeschichtung mindestens 20 betragen. Ausgenommen sind hierbei Kleinflächen, Nordseiten oder spezielle infrarotreflektierende Anstriche. Die bessere Kenngröße zur Beurteilung der solaren Aufheizung ist allerdings der TSR-Wert. Siehe auch Informationsmerkblatt "SolReflex" 5tsr.

High Solid

Als High Solids werden in der Regel lösemittelbasierte Beschichtungssysteme mit sehr hohem Festkörperanteil (> 70 Prozent) bezeichnet. Hierbei ist die Lösemittelemission (im Verarbeitungszustand) gegenüber üblichen Materialien auf etwa die Hälfte reduziert. Da der Begriff nicht genormt ist, gibt es allerdings zahlreiche Ausnahmen von dieser Regel.

Nach DIN EN ISO 3251 ist der Festkörper als nichtflüchtiger Massenanteil (nFA) des Lackes in Prozent definiert. Flüchtige Anteile sind bei lösemittelbasierten Systemen zum größten Teil organische Lösemittel. Die Begriffe Low Solid und Medium Solid werden im normalen Sprachgebrauch nicht verwendet.

Hilfsmittel

Siehe >> Additiv

Hochdruck-Spritzverfahren

In erster Linie für die Verarbeitung von lösemittelbasierten ein- und zweikomponentigen Lacken geeignet. Erreicht wird eine erstklassig glatte Oberfläche bei feinster Materialzerstäubung. Bei der Verarbeitung entsteht relativ viel Spritznebel (Overspray). Für das Hochdruckspritzen sind leistungsstarke Kompressoren wichtig, die den erforderlichen Luftdruck und das notwendige Luftvolumen erreichen. Die hoch zerstäubenden Pistolen werden mit 1 bis 6 bar und einem Luftvolumen von 200 bis 380 l pro Minute betrieben.

Hochflor

Ist die Bezeichnung bei Velours mit einer Polhöhe über Träger ab ca. 10 mm; bei normalem Garn: "Splush", bei fixiertem Garn: "Saxony". Ab ca. 15 mm: überwiegend aus fixiertem Garn: "Shag".

 

 

Holzschutz

Holzschutz umfasst alle Maßnahmen, die der Wertminderung oder Zerstörung von Holz, Holzwerkstoffen oder Holzkonstruktionen durch Witterung, Insekten und Pilze vorbeugen. Der Begriff Holzschutz umfasst nicht nur den Einsatz chemischer Mittel, er beginnt schon mit dem sogenannten "konstruktiven Holzschutz" und wird durch den physikalischen Holzschutz ergänzt. Der chemische Holzschutz ist in der DIN 68800 und in den Landesbauordnungen geregelt und betrifft vor allem tragende Holzbauteile, die durch holzzerstörende Pilze und Insekten in ihrer Standsicherheit gefährdet sind. Der konstruktive Holzschutz wird durch den Planer umgesetzt und verlangt neben der Verwendung geeigneter resistenter Holzarten auch die Berücksichtigung der funktionsgerechten Konstruktion, die Holzbauteile vor der Durchfeuchtung schützt (ausreichende Dachüberstände, Schutz der Hirnholzflächen, Tropfkanten, gerundete Kanten etc.). Der physikalische Holzschutz ergänzt die konstruktiven Maßnahmen und den chemischen Holzschutz. Dabei werden geeignete Beschichtungen eingesetzt, die einerseits Witterungseinflüsse vom Holz fernhalten und andererseits der Oberflächengestaltung dienen. Wichtige Hinweise zu den Anforderungen an die jeweilige Beschichtung gibt hierzu das BFS-Merkblatt Nr. 18 ("Beschichtungen auf Holz und Holzwerkstoffen im Außenbereich").

HVLP-Spritzverfahren

HVLP (= High Volume Low Pressure = Hohes Luftvolumen bei niedrigem Druck) Vorrangig für die Verarbeitung von Lacken. Deutlich geringere Struktur als beim >> Niederdruck-Spritzverfahren, jedoch noch nicht so glatt im Vergleich zum >> Hochdruck-Spritzverfahren. Durch den hohen Lackübertragungsgrad (> 65 %) entsteht deutlich weniger Overspray. Der Eingangsluftdruck von ca. 3 bis 4,5 bar wird mit einem Druckumwandler (Airconverter) im Pistolengriff auf einen Düseninnendruck von max. 0,7 bar reduziert. Das Luftvolumen pro Minute liegt bei ca. 380 Liter.

Hydratation

Reaktion eines Stoffes, bei der Wasser chemisch-physikalisch gebunden wird. Die Reaktion führt bei Zement zur Gel-Bildung und Erhärtung.

Hydrophobierung

Schutzbehandlung, die eine Baustoffoberfläche Wasser abweisend macht, dass deren Saugfähigkeit durch Auskleidung der Porenwandungen herabgesetzt wird. Als Hydrophobierungsmittel kommen pigment- und füllstofffreie Produktgruppen (vorwiegend Silane, Siloxane und Silicone) zur Anwendung, die nicht filmbildend wirken