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WAP (Kurzzeichen)

WAP = "Außendämmung der Wand unter Putz". Kurzzeichen für das Einsatzgebiet und die Eigenschaften von Wärmedämmstoff. Im Zuge der Vereinheitlichung der nationalen Normen auf einen einheitlichen europäischen Normenkatalog, wurden auch die Anforderungen an die Wärmedämmstoffe neu definiert. Die neue Normung nach DIN 4108-10 erlaubt eine bessere Zuordnung der Dämmstoffe zu den jeweiligen Einsatzgebieten und gibt gleichzeitig Eigenschaften an.

Wärmebrücke

Eine Wärmebrücke (oft fälschlicherweise als Kältebrücke bezeichnet) ist ein Bereich in Bauteilen eines Gebäudes, durch den die Wärme schneller nach außen transportiert wird als durch die angrenzenden Bauteile.

Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS)

WDVS bestehen in der Hauptsache aus einem vorgefertigten Dämmstoff, der auf eine Wand geklebt oder mithilfe von Dübeln, Profilen, Spezialteilen usw. mechanisch befestigt oder aus einer Kombination beider Befestigungsarten aufgebracht wird. Der Dämmstoff wird mit einer Armierung und Schlussbeschichtung versehen. Hierbei kann die oberste Schicht aus einer Putzbeschichtung, Bekleidungen aus Kunststoff oder Keramik wie, z.B. Riemchen oder Fliesen bestehen.

Die Systeme sind keine lasttragenden Bauteile. Sie tragen nicht direkt zur Standsicherheit der Wand bei, auf die sie aufgebracht sind. Die Systeme können zur Dauerhaftigkeit der Wand beitragen, indem sie für einen verbesserten Schutz gegen Witterungseinflüsse sorgen.

Wärmedämmung

Sammelbegriff für alle Maßnahmen zur Verminderung der Wärmeübertragung zwischen getrennten Bereichen unterschiedlicher Temperatur.

Wärmedurchgangskoeffizient

>> U-Wert

Wärmedurchgangswiderstand

Der Wärmedurchgangswiderstand ist die Summe aus dem Wärmedurchlasswiderstand R und den Wärmeübergangswiderständen Rsi und Rse. Er bezeichnet den Widerstand, den das Bauteil der abfließenden Wärme entgegenhält. Maßeinheit: m²×K/W.

Wärmedurchlasskoeffizient

Der Wärmedurchlasskoeffizient wird normalerweise nicht als Beurteilungskriterium verwendet, sondern dessen Kehrwert: der Wärmedurchlasswiderstand R. Er gibt die Wärmemenge an, die in einer Sekunde durch eine 1 m² große Fläche eines Baustoffes von bestimmter Dicke hindurchgeht, wenn der Temperaturunterschied zwischen den beiden Oberflächen 1 K beträgt (Wärmefluss senkrecht zur Oberfläche). Maßeinheit: W/(m²×K).

Wärmedurchlasswiderstand

Der Wärmedurchlasswiderstand gibt den Widerstand einer Schicht gegen das Durchströmen von Wärme an. Zu seiner Ermittlung ist die Dicke der betreffenden Schicht s (in m) durch die stoffbezogene Wärmeleitfähigkeit k in W/m×K zu dividieren. Je größer der Wärmedurchlasswiderstand, desto besser die Wärmedämmung. Bei mehrschichtigen Bauteilen können die Durchlasswiderstände der einzelnen Schichten addiert werden und ergeben dann den Wärmedurchlasswiderstand des Bauteils. Maßeinheit: m²×K/W

Wärmeleitfähigkeit (WLG)

Unterschiedliche Temperaturen beiderseits eines Baustoffes führen zu einem Wärmeabfluss, der durch die Wärmeleitung des Baustoffes beeinflusst wird. Es gibt Baustoffe mit guter Wärmeleitung (z. B. Metalle) und Baustoffe mit geringer Wärmeleitung (z. B. EPS-Hartschaum). Dieses unterschiedliche Verhalten wird durch die Wärmeleitfähigkeit beschrieben. Sie ist abhängig von der Art des Stoffes, der Rohdichte des Stoffes, der Art, Größe und Verteilung der Poren im Stoff, der Dauerfeuchtigkeit und der mittleren Temperatur des Stoffes. Die Wärmeleitfähigkeit gibt die Wärmemenge an, die in einer Sekunde durch eine 1 m² große und 1 m dicke Schicht eines Stoffes hindurchgeleitet wird, wenn der Temperaturunterschied der beiden Oberflächen 1 K beträgt und durch die restlichen 4 Flächen kein Wärmeaustausch stattfindet. Maßeinheit: W/(m×k)

Wärmeleitzahl

Die Wärmeleitzahl gibt die Wärmemenge an, die in einer Stunde durch eine 1 m² große und 1 m dicke Schicht eines Stoffes hindurchgeleitet wird, wenn der Temperaturunterschied der beiden Oberflächen 1 K beträgt und durch die restlichen vier Flächen kein Wärmeaustausch stattfindet. Maßeinheit W/(m×K).

Wärmeschutzverordnung (WSVO)

Nicht mehr gültige Verordnung über den energiesparenden Wärmeschutz bei Gebäuden. Wurde durch die -> Energieeinsparverordnung (EnEV) ersetzt.

Wärmeübergangskoeffizient

Zwischen Raumluft und Bauteil und danach zwischen Bauteil und Außenluft findet ein Wärmeaustausch statt. Dieser Austausch wird mit dem Wärmeübergangskoeffizienten beschrieben. Er gibt die Wärmemenge an, die in einer Sekunde zwischen einer 1 m² großen Oberfläche und der angrenzenden Luft ausgetauscht wird, wenn der Temperaturunterschied zwischen Oberfläche und Luft 1 K beträgt. Formelzeichen: h Maßeinheit: W/(m²×K).

Wärmeübergangswiderstand

Der Wärmeübergangswiderstand stellt den Widerstand der angrenzenden Luftschicht beim Wärmeabfluss dar und ist der Kehrwert des Wärmeübergangskoeffizienten. Der Wärmeübergangswiderstand ist der Widerstand, den die Wärme bei Übergang zwischen Luft und Bauteil erfährt. Maßeinheit: m²×K/W

Formelzeichen:

Rsi für intern (Übergang Raumluft an Außenwand)

Rse für extern (Übergang Außenwand an Außenluft)

Für den Wärmeschutznachweis sind die Werte des Wärmeübergangswiderstandes festgelegt:

Rse = 0,04 m²×K/W = für alle Oberflächen, die an die Außenluft grenzen,

Rsi = 0,13 m²×K/W = bei horizontalem Wärmestrom (z. B. Außenwand),

Rsi = 0,10 m²×K/W = bei vertikalem Wärmestrom aufwärts (z. B. oberste Geschossdecke),

Rsi = 0,17 m²×K/W = bei vertikalem Wärmestrom abwärts (z. B. Kellerdecke).

Wärmeübergangszahl

Siehe ---> Wärmeübergangskoeffizient

Waschbeständigkeit nach DIN 53778

Alte Klassifizierung zur Einteilung von Innendispersionen. Wurde in 2001 abgelöst duch die ---> DIN EN 13300.

Wasser-Zement-Wert (W/Z-Wert)

Der W/Z-Wert beschreibt das Gewichtsverhältnis, in dem Wasser (W) und Zement (Z) im Frischbeton enthalten sind. Hohe Wasserzementwerte kennzeichnen wasserreiche bzw. bindemittelarme Mischungen und lassen mindere Betoneigenschaften erwarten. Im Hinblick auf den Korrosionsschutz der Bewehrung begrenzt die DIN 1045 den Wasserzementwert bei Stahlbeton mit Zementen der Festigkeitsklasse 32,5 und höher auf maximal 0,75, für Außenbauteile auf 0,6.

Wasserdampf-Diffusionsstromdichte

Die Wasserdampf-Diffusionsstromdichte (V) gibt an, wie viel g Wasserdampf pro m² und Tag durch eine Beschichtung/einen Putz bei normierten Randbedingungen (Temperartur: +20 °C +/- 1 K und rel. Luftfeuchte (95 +/- 5) % bzw. Luftfeuchte (50 +/- 5) %) diffundieren.

Wasserdampfdiffusion

Wanderung des Wasserdampfs von Stellen hoher Sättigung zu Stellen mit niedriger Sättigung. Ein Teil des Luftdrucks ist Wasserdampfdruck. Anders ausgedrückt - die Luft enthält immer eine gewisse Menge an Wasserdampf, d. h. Feuchtigkeit. Man spricht von der relativen Luftfeuchtigkeit. Abhängig von der Temperatur kann die Luft mehr oder weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Hat die Luft die maximale Menge an Wasserdampf aufgenommen, spricht man vom Wasserdampf-Sättigungsdruck oder von 100 % relativer Luftfeuchte. Bei weiterer Zufuhr von Wasserdampf kommt es zum Ausfall von Kondensat oder Tauwasser. Die Stelle, an der dies in einem Wandquerschnitt vorkommt, nennt man Tauwasserebene. Die Diffusionsfähigkeit eines Stoffes wird durch den sd-Wert angegeben. Im Schnitt entweichen etwa 97 % der Luftfeuchtigkeit durch die Fensterlüftung und ca. 3 % durch den Baukörper und dessen Beschichtung bzw. durch ein WDV-System.

Wasserdampfdurchlässigkeit (Permeabilität)

Wasserdampfdurchlässigkeit oder Wasserdampfdiffusionsfähigkeit gibt die Durchlässigkeit von Wasserdampf durch eine Beschichtung, einen Anstrich oder Putz bzw. die Kombination mehrerer Schichten an. Je höher die Wasserdampfdurchlässigkeit des Putzes und der Beschichtung, umso besser kann Feuchtigkeit nach außen abtransportiert werden. Die DIN EN 1062-1 und die DIN EN 15824 definieren folgende Klassen für die Wasserdampfdurchlässigkeit: V1 hoch: sd < 0,14 m bzw. > 150 g/m², V2 mittel: sd > 0,14 und < 1,4 m bzw. < 150 und > 15 g/m², V3 niedrig: sd > 1,4 m bzw. < 15 g/m².

Wasserechtheit

Als Wasserechtheit bezeichnet man die Widerstandsfähigkeit von Färbungen und Drucken gegen Einwirkungen von Wasser nach DIN 54 006.

Weichmacher

Weichmacher sind flüssige oder feste organische Substanzen, die ohne chemische Reaktion mit polymeren Stoffen in Wechselwirkung treten und dadurch ein erhöhtes Formänderungsvermögen des Gesamtsystems ermöglichen. Sie werden Bindemitteln und Kunststoffen bei der Herstellung zugesetzt, um auf physikalischem Wege die Elastizität und Plastizität zu erhöhen.

Weichmacherwanderung

Auch Migration genannt, ist die (unerwünschte) Eigenschaft eines mit einem Weichmacher plastifizierten Beschichtungsstoffs oder Kunststoffs, bei direktem Kontakt mit einer benachbarten Oberflächenschicht auf diese überzugehen. Dieses Phänomen tritt insbesondere dann auf, wenn sich zwei Beschichtungen mit unterschiedlichem Weichmachergehalt längere Zeit berühren: Es kommt dann zwischen beiden zu einem Konzentrationsausgleich, der dazu führt, dass eine Schicht zu kleben beginnt.

Werkseitige Filmkonservierung

Dispersions-, Silicon- und Silikatfarben sowie Putze und auch Lacke und Lasuren können mit speziellen algizid/fungizid wirkenden Zusätzen ausgerüstet werden, sodass ein Algen- und Pilzbefallrisiko minimiert bzw. verzögert wird. Gemäß dem Stand der Technik kann ein dauerhafter Schutz vor Algen- und Pilzbefall nicht gewährleistet werden.

Windlast

Die Windlast gehört zu den klimatisch bedingten, veränderlichen Einwirkungen auf Bauwerke oder Bauteile. Sie ergibt sich aus der Druckverteilung um ein Bauwerk, welches einer Windströmung ausgesetzt ist. Sie wirkt im Allgemeinen als Flächenlast senkrecht zur Angriffsfläche und setzt sich vor allem aus Druck- und Sogwirkungen zusammen. So entsteht bei einem Bauwerk an den frontal angeströmten Flächen durch die Strömungsverlangsamung ein Überdruck. Im Bereich der Dach- und Seitenflächen löst sich die Luftströmung an den Gebäudekanten ab und bewirkt dort einen Unterdruck (Sog). Durch den Nachlaufwirbel wird an der Gebäuderückseite ebenfalls ein Unterdruck erzeugt. Siehe hierzu auch DIN EN 1991-1-4 Allgemeine Einwirkungen - Windlasten.

Windsog (Windlast)

Senkrecht zur Wand wirkende Kräfte infolge Windbelastung. Windsogkräfte erzeugen axiale Zugbeanspruchungen in den Dübeln. Windlasten sind nach Region, Geländeform und Gebäudetyp festgelegt. Die bislang in Deutschland gültige Windlastnorm DIN 1055-4 wird im Zuge der Umstellung auf Eurocodes ersetzt durch DIN EN 1991-1-4.