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Vom 10. Juni bis 1. Oktober 2017 5. Skulptur Projekte Münster

Die Skulptur Projekte Münster, ein internationales Ausstellungsformat und realisiert im großzügigen Zehn-Jahres-Rhythmus, sind ein wichtiger Impulsgeber für Kunst im öffentlichen Raum. Rund 30 Künstlerinnen und Künstler entwickeln nach Besuchen vor Ort und in engem Austausch mit dem künstlerischen Leiter Kasper König und den beiden Kuratorinnen Britta Peters und Marianne Wagner jeweils neue Projekte für Münster – und darüber hinaus.

Die aktuelle Ausgabe bezieht Themen der globalen Gegenwart genauso mit ein wie Reflexionen über zeitgenössische Begriffe von Skulptur und ein Erforschen der Grundbedingungen von Öffentlichkeit. Begeben Sie sich mit uns auf eine Tour über die Skulptur Projekte Münster 2017 und erleben Sie die Skulpturen hautnah.

Zwei der vielen Skulpturen 2017

Welche Strukturen prägen öffentliche Orte und Institutionen? Wie ist ihre soziale, architektonische und/oder städtebauliche Beschaffenheit? Welche Funktionen üben bestimmte Räume aus und welche geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze gelten dort?

In ihren Installationen und Aktionen begreift Ayşe Erkmen, geboren 1949 in Istanbul, "Raum" als Knotenpunkt eines komplexen Beziehungsgeflechts, in dem sich Gesellschaft und Politik offenbaren. Das Zusammenspiel von kulturellen, historischen und institutionellen Aspekten verkörpert ihre Arbeit "Sculptures on the Air" für die Skulptur Projekte Münster 1997 sehr anschaulich: Damals ließ die Künstlerin Plastiken aus dem Bestand des Westfälischen Landesmuseums über den Domplatz fliegen.

Zwanzig Jahre später verlegt sich Ayşe Erkmen mit ihrem Vorschlag für die Bischofsstadt aus der Luft ins Wasser und schafft so neue Perspektiven auf die Umgebung: Knapp unter der Wasseroberfläche des Münsteraner Hafenbeckens möchte sie beide Uferseiten durch einen nahezu unsichtbaren Steg miteinander verbinden, sodass die Menschen scheinbar über das Wasser laufen.

Der Steg schafft eine unaufdringliche Verknüpfung zwischen den beiden bis heute unterschiedlich genutzten Seiten des Hafenbeckens, dem sogenannten Kreativufer im Norden und der stärker industriell geprägten Südseite.

Das Material für ihre Zusammenarbeit liefert den Künstlerinnen Katharina Stöver und Barbara Wolff seit 2005 die Ausstattung des Schlosses Peles, das zur Zeit der rumänischen Staatsbildung gebaut wurde. Für ihre Überlegungen nehmen Peles Empire in Münster den in den 1950er-Jahren erfolgten Wiederaufbau der zerstörten Innenstadt zum Ausgangspunkt. Dementsprechend wird der Standort ihrer Skulptur im Stadtkern liegen. Maßgeblich war seinerzeit nicht die exakte Rekonstruktion der Häuser, sondern das historische Vorbild rückblickend betrachtet ein postmodernes Verfahren "avant la lettre".

Fast buchstäblich wiederholen die Künstlerinnen nun diesen Prozess, indem sie Zeichnungen von originalen Fassaden vor der Zerstörung, historische Skizzen von Architekten und Stadtplanern und die heutigen Häuserfronten digital übereinanderlegen, um so die "Quintessenz", die "ultimative" Fassade als skulpturalen Körper herauszufiltern.

Diese ideale Fassade bestimmt die Form der digital bedruckten Skulpturenfront, die – wie die Münsteraner Fassaden – durch dünne Metallrohre gehalten wird. Abgebildet ist eine Detailansicht des Schlosses Peleș, auf der die Stützen – die dort die Terrasse vor dem Einstürzen bewahren – eine auffällige Parallele darstellen.

  • <div><p>Ayşe Erkmen, Projektskizze für Skulptur Projekte 2017, Fotomontage: Jan Bockholt und Serdar Tanyeli</p></div>

    Ayşe Erkmen, Projektskizze für Skulptur Projekte 2017, Fotomontage: Jan Bockholt und Serdar Tanyeli

  • <div><p>Ayşe Erkmen, Projektskizze für Skulptur Projekte 2017, Fotomontage: Jan Bockholt und Serdar Tanyeli</p></div>

    Ayşe Erkmen, Projektskizze für Skulptur Projekte 2017, Fotomontage: Jan Bockholt und Serdar Tanyeli

  • <p>Peleș Empire, Projektskizze für Skulptur Projekte 2017, 3D-Modell, Vorderansicht</p>

    Peleș Empire, Projektskizze für Skulptur Projekte 2017, 3D-Modell, Vorderansicht

  • <p>Peleș Empire, Projektskizze für Skulptur Projekte 2017, 3D-Modell, Rückansicht</p>

    Peleș Empire, Projektskizze für Skulptur Projekte 2017, 3D-Modell, Rückansicht

Weitere Informationen

Wenn Sie Interesse an den offenen Führungen zu den Skulptur Projekten Münster 2017 haben, finden Sie hier weiterführende Informationen zu den Touren.

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