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Architektenbüro Rain, Gempfing

Wohnen und Arbeiten auf dem Dreiseithof.

Bautafel

Standort Tödtinger Mühlweg 2, 86641 Gempfing

Bauherr Christine Wilhelm, Gempfing

Planung Wilhelm Architekten, Gempfing

Ausführung Bauroom GmbH & Co. KG, Donauwörth

  • <p>Weiß und Schwarz sind die dominierenden Farben im Neubauteil.</p>

    Weiß und Schwarz sind die dominierenden Farben im Neubauteil.

  • <p>Die &quot;Whitebox&quot; der Toiletten mit ihren in die Außenwände eingelassenen Ausstellungsvitrinen.</p>

    Die "Whitebox" der Toiletten mit ihren in die Außenwände eingelassenen Ausstellungsvitrinen.

  • <p>Die Decke verzichtet auf ein regelmäßiges Raster; bestehenden Balken sind naturbelassen, die neue Konstruktion anthrazitfarben getüncht.</p>

    Die Decke verzichtet auf ein regelmäßiges Raster; bestehenden Balken sind naturbelassen, die neue Konstruktion anthrazitfarben getüncht.

  • <p>Boden und Wandflächen bilden einen interessanten Kontrast.</p>

    Boden und Wandflächen bilden einen interessanten Kontrast.

  • <p>Für die versenkbaren Weinregale bauten die Architekten ein Modell aus Spanplatten.</p>

    Für die versenkbaren Weinregale bauten die Architekten ein Modell aus Spanplatten.

  • <p>Der anthrazitfarbene Fußboden im Farbton 99.FM.03 wurde in sechs Schichten aufgetragen, geglättet, gespachtelt und versiegelt.</p>

    Der anthrazitfarbene Fußboden im Farbton 99.FM.03 wurde in sechs Schichten aufgetragen, geglättet, gespachtelt und versiegelt.

  • <p>Ein Blick in die ehemalige Tenne des Dreiseithofs.</p>

    Ein Blick in die ehemalige Tenne des Dreiseithofs.

  • <p>Der über 100 Jahre alte Hof besitzt Charakter.</p>

    Der über 100 Jahre alte Hof besitzt Charakter.

Der Hof im schwäbischen Gempfing war 1896 um einen großen Stall mit Stadel zu einer dreiseitig geschlossenen Anlage erweitert und zuletzt in den 1970er-Jahren um mehrere Schweineställe ergänzt worden. Weil Letztere im Vergleich zu den Haupt- und Nebengebäuden aus dem 19. Jahrhundert historisch unbedeutend sind, überlegten die Architekten zunächst, sie durch einen Neubau zu ersetzen, entschieden sich letztlich aber doch für Erhalt und Sanierung – für einen Abbruch war die Bausubstanz zu gut.

 

Besucher betreten das Büro über die ehemalige Tenne des alten Stadels; die beiden links und rechts hinter den freigelegten, rohen Ziegelwänden liegenden Räume – ehemals Rinder- und Rossstall – mit ihren historischen Kappendecken, sind momentan noch ungenutzte Ausbaureserve. Die Decke über dem Eingang musste aus energetischen Gründen geschlossen werden: Gedämmt wird sie von einer Lage Stroh im alten Standard-Ballenformat – ein dezenter Verweis auf die ehemalige Nutzung der Tenne. Das Ziegelmauerwerk wurde sandgestrahlt, von Hand gebürstet und an den schadhaften Stellen ausgebessert und neu verfugt. Weil der alte Mörtel einen zu geringen Kalkanteil hatte, wurde er mit einem Verfestiger behandelt. Im oberen Drittel der Wände ermöglicht eine Festverglasung auf beiden Seiten den Blick in den historischen Dachstuhl.

 

In den beiden Büroräumen dienen weiße Einbauregale – sie greifen das System der Gitterboxen wieder auf – als Raumteiler zwischen den einzelnen Arbeitsplätzen. Der anthrazitfarbene Fußboden im Farbton 99.FM.03, ein fugenlos aufgebrachter, mineralischer Estrich, wurde in sechs Schichten aufgetragen, geglättet, gespachtelt und versiegelt. Unbestrittenes Highlight des Umbaus ist der „Große Saal“: Im ehemals größten Schweinestall ersetzten die Architekten den Gitterrostboden des ehemaligen Güllekanals durch dunkle Eichenbohlen und nutzten die Einbautiefe von 1,20 Metern für zwei über eine Scherenbühne versenkbare Weinregale, die im abgesenkten Zustand wie in den Boden eingelassene Vitrinen wirken. Der Raum dient nicht nur als Büro für Besprechungen und Kundentermine, sondern auch als Teeküche, Mitarbeiterkantine – und als Bühne für öffentliche Abendveranstaltungen wie Lesungen, Konzerte oder Ausstellungen. Dafür können die mobilen Regalborde auf Rollen zur Seite geschoben werden und je nach Bedarf als Anrichte oder als Stellwände für Bilder dienen.

 

Die Architekten haben sich auch hier auf das Notwendigste beschränkt: Die bereits in den 1970er-Jahren zweischaligen, mit zwischenliegender Wärmedämmung ausgeführten Wände wurden sandgestrahlt und neu gestrichen. Größter Eingriff sind die verschiedenen Formate der neuen Fenster und Türen in ihren Laibungen aus nicht rostfreiem Stahl. Ansonsten verleiht der windschief belassene Dachstuhl dem ehemaligen Stall seinen besonderen Charakter.

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