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Fraunhofer-Institut SIT, Darmstadt

Codierte Fassade.

Bautafel

Standort Rheinstraße 75, 64295 Darmstadt

Bauherr Fraunhofer-Gesellschaft für angewandte Forschung e. V., München

Planung SEHW Architektur, Berlin

Ausführung R+S Raum und Schrift GmbH, Chemnitz

  • <p>Sowohl der Empfang wie auch die Theke der Cafeteria sind als &quot;frei&quot; geformte, gerundete Raumelemente in das weitläufige Foyer eingestellt.</p>

    Sowohl der Empfang wie auch die Theke der Cafeteria sind als "frei" geformte, gerundete Raumelemente in das weitläufige Foyer eingestellt.

  • <p>Einige farbige Akzente ergänzen das farbliche Gesamtkonzept.</p>

    Einige farbige Akzente ergänzen das farbliche Gesamtkonzept.

  • <p>Der Empfang mit seiner Hochglanzlackierung schimmert wie eine bronzefarbene Computerplatine.</p>

    Der Empfang mit seiner Hochglanzlackierung schimmert wie eine bronzefarbene Computerplatine.

  • <p>Die Brauntöne setzen wenige Kontraste in der sonst hellen Innengestaltung.</p>

    Die Brauntöne setzen wenige Kontraste in der sonst hellen Innengestaltung.

  • <p>Durch die Farbgestaltung wirken die Räume hell und einladend.</p>

    Durch die Farbgestaltung wirken die Räume hell und einladend.

  • <p>Das Tageslicht lässt den Braunton glänzen. </p>

    Das Tageslicht lässt den Braunton glänzen.

  • <p>Als Farbkonzept wurde eine zurückhaltende Farbgebung gewählt.</p>

    Als Farbkonzept wurde eine zurückhaltende Farbgebung gewählt.

  • <p>Auch das Treppenhaus ist schlicht gestaltet.</p>

    Auch das Treppenhaus ist schlicht gestaltet.

  • <p>Der Sockelbau ist Kommunikationszone - darüber liegt der Büroriegel.</p>

    Der Sockelbau ist Kommunikationszone - darüber liegt der Büroriegel.

  • <p>Die Fassade erinnert an die Muster digitaler Authentifizierungscodes.</p>

    Die Fassade erinnert an die Muster digitaler Authentifizierungscodes.

  • <p>Die Fassaden des Fraunhofer SIT präsentieren sich als flaches, horizontal gegliedertes Relief aus schmalen, weiß beschichteten Aluminiumkästen mit unterschiedlicher Tiefe.</p>

    Die Fassaden des Fraunhofer SIT präsentieren sich als flaches, horizontal gegliedertes Relief aus schmalen, weiß beschichteten Aluminiumkästen mit unterschiedlicher Tiefe.

„Es ist ein Irrtum“, sagte kürzlich Luciano Floridi, Forschungsdirektor des Oxford Internet Instituts, einer deutschen Tageszeitung, „heute noch ‚digital‘ und ‚analog‘ als Gegensätze zu sehen: Ein Cyberangriff oder ein digitaler Raub sind so real, wie etwas nur sein kann. Wir brauchen eine neue Definition der Realität.“ Das Schlüsselkriterium sei Interaktion, meint der Philosoph. Was in der modernen Welt geschehe, folge nicht mehr einer „mechanischen“ Logik. Es ereigne sich in Netzwerken, deren Struktur und Dynamik sich ständig veränderten – wodurch alles immer undurchschaubarer werde.

 

Darmstadt ist mittlerweile zum europäischen Zentrum der digitalen Sicherheitsforschung geworden; dass dem dortigen Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) eine zentrale Rolle zukommen lässt, Strategien gegen solcher Risiken zu entwickeln; und dass eben jenes Fraunhofer SIT 2014 ein neues Gebäude für 170 Mitarbeiter beziehen kann, entworfen von Prof. Xaver Egger und seinem Berliner Büro SEHW Architektur. Gleich vorneweg: Eggers Entwurf nimmt ebenso respektvoll wie souverän den Dialog speziell mit seiner architektonischen Nachbarschaft aus den 1960er-Jahren auf, generell mit der das Darmstädter Stadtbild prägenden Architektur der Wiederaufbaujahre. Wie gestaltet man ein Gebäude, dessen Architektur die Arbeit an sicheren Informationstechnologien sinnfällig darstellen und am besten auch gleich noch das Profil des Fraunhofer SIT schärfen soll?

 

Das Büro SEHW Architektur wählte eine Doppelstrategie. Die Fassaden des Fraunhofer SIT präsentieren sich als flaches, horizontal gegliedertes Relief aus schmalen, weiß beschichteten Aluminiumkästen mit unterschiedlicher Tiefe: Das architektonische Gesamtbild erinnert mit seinem bewegten Schattenwurf an die Muster digitaler Authentifizierungscodes. Das innenarchitektonische Design hingegen setzt im Erdgeschoss einige formale und farbliche Akzente, die auf das Motiv Datentechnik anspielen: Sowohl der Empfang wie auch die Theke der Cafeteria sind als „frei“ geformte, gerundete Raumelemente in das weitläufige Foyer eingestellt. Mit ihrem Hochglanzlack mögen sie an die Löttropfen auf bronzefarbenen Computerplatinen erinnern. Sehr zurückgenommen ist das Farbkonzept in den fünf Bürogeschossen über dem Gebäudesockel. Als eine diskrete Hommage an die bisweilen in ihren Qualitäten unterschätzte Architektur der Nachkriegsjahrzehnte kann man die in dunklen Brauntönen gehaltenen Wände des Gebäudekerns in der Mittelachse begreifen.

 

Darmstadt ist mittlerweile zum europäischen Zentrum der digitalen Sicherheitsforschung geworden; dass dem dortigen Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) eine zentrale Rolle zukommen lässt, Strategien gegen solcher Risiken zu entwickeln; und dass eben jenes Fraunhofer SIT 2014 ein neues Gebäude für 170 Mitarbeiter beziehen kann, entworfen von Prof. Xaver Egger und seinem Berliner Büro SEHW Architektur.

 

 

 

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