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Haus der Jugend, Hamburg

Architektur als Sportgerät.

Bautafel

Standort Krieterstraße 11, 21109 Hamburg

Bauherr Freie und Hansestadt Hamburg

Planung Kersten + Kopp Architekten BDA Berlin

Ausführung Axel Stiboy Malereibetrieb GmbH Hamburg

  • <p>Der Baukörper reagiert auf seine multifunktionale Nutzung mit verschiedenen Gesichtern.</p>

    Der Baukörper reagiert auf seine multifunktionale Nutzung mit verschiedenen Gesichtern.

  • <p>Die „vertikale“ Fassade wirkt durch die homogene Verkleidung mit silbergrauen Aluminiumplatten fast wie eine Karosserie.</p>

    Die „vertikale“ Fassade wirkt durch die homogene Verkleidung mit silbergrauen Aluminiumplatten fast wie eine Karosserie.

  • <p>Unterstützt wird die skulpturale Wirkung des Hauses der Jugend durch die kräftige Farbgebung der Sportbereiche und Außenräume.</p>

    Unterstützt wird die skulpturale Wirkung des Hauses der Jugend durch die kräftige Farbgebung der Sportbereiche und Außenräume.

  • <p>Die Lichthöfe im Inneren sind als grün lackierte metallene „Futterale“ ausgebildet. Die Betonoberflächen der Einschnitte der Außenräume sind dagegen betont rau strukturiert und partiell durch den vierlagigen Auftrag einer roten Lasur akzentuiert.</p>

    Die Lichthöfe im Inneren sind als grün lackierte metallene „Futterale“ ausgebildet. Die Betonoberflächen der Einschnitte der Außenräume sind dagegen betont rau strukturiert und partiell durch den vierlagigen Auftrag einer roten Lasur akzentuiert.

  • <p>Die städtebauliche Situation lädt das Gebäude ein, das einerseits den Blick bis in den umgebenden Park freigibt.</p>

    Die städtebauliche Situation lädt das Gebäude ein, das einerseits den Blick bis in den umgebenden Park freigibt.

  • <p>Auch in der Dunkelheit bespielbar: Das überdachte Außensportfeld.</p>

    Auch in der Dunkelheit bespielbar: Das überdachte Außensportfeld.

  • <p>Auch in der Dunkelheit bespielbar: Das überdachte Außensportfeld.</p>

    Auch in der Dunkelheit bespielbar: Das überdachte Außensportfeld.

  • <p>Auch in der Dunkelheit bespielbar: Das überdachte Außensportfeld.</p>

    Auch in der Dunkelheit bespielbar: Das überdachte Außensportfeld.

  • <p>Auch in der Dunkelheit bespielbar: Das überdachte Außensportfeld.</p>

    Auch in der Dunkelheit bespielbar: Das überdachte Außensportfeld.

Am südöstlichen Rand des Ortszentrums Wilhelmsburg waren neben ca. 870 m² Nutzflächen – darunter ein Cafe- und Freizeitbereich, ein Lern- und Arbeitsbereich sowie ein Sport- und Bewegungsbereich – ca. 550 m² überdachte Außensporteinrichtungen zu planen.

Am besten kam das junge Büro Kersten + Kopp Architekten aus Berlin mit dem komplexen Programm zurecht: Ihr Haus der Jugend bildet als Auftaktprojekt für die Internationale Bauausstellung 2013 in Hamburg-Wilhelmsburg mit den Bausteinen Freizeit, Sport und Weiterbildung einen neuen Schwerpunkt für die Jugendarbeit und besetzt als dreigeschossiger Baukörper mit seinem Parkgrundstück einen besonderen Ort im heterogenen Stadtgefüge Kirchdorfs: Zusammen mit der benachbarten Maximilian-Kolbe-Kirche und dem neuen, gemeinsamen Stadtplatz formuliert der Neubau eine Insel zwischen den unterschiedlichen städtischen Strukturen und bildet gleichzeitig ein neues „Tor“ zum Park an der Schönefelder Wettern.

Der 6,5 Mio. Euro teure Bau ersetzt das 1973 in Sichtweite gebaute Haus der Jugend. Das 1.500 m² große Gebäude mit 46 Räumen auf drei Etagen ist flexibel teilbar. Innen gliedern zwei Hauptebenen das Gebäude: Im Erdgeschoss schließt sich an den Eingangsbereich und das Café ein belebter offener Bereich mit Fotolabor, Werkräumen und Musikstudio an, im ersten Obergeschoss sind die Multifunktionshalle und die Umkleiden angeordnet, im zweiten Obergeschoss die geborgenen Lern- und Arbeitsbereiche. Die dreigeschossige Halle fungiert als kommunikative Nahtstelle und Verteiler der verschiedenen Bereiche.

Seine skulpturale Ausbildung erhält der programmatisch als Schichtung und Gliederung unterschiedlicher Funktionen und Volumina entwickelte Baukörper aus der Addition von Sportelementen, die Teil des Gebäudes werden und dieses gleichsam als ein Sportgerät definieren: Die Skaterbahn inklusive eingehängter „Minipipe“ orientiert sich zum öffentlichen Vorplatz und zur Straße, in die zum Kirchhof orientierte Fassade aus facettiertem Spritzbeton ist ein Kletterturm integriert, und auch der sechs Meter hohe Raum für das über zwei Lichthöfe im Obergeschoß belichtete Außensportfeld ist aus dem Volumen des Baukörpers ausgeschnitten.

Damit erschließt sich das Gebäude als eine Abfolge von räumlich differenzierten Situationen, sich wechselseitig durchdringenden Positiv- und Negativvolumina sowie Nischen und Rückzugsorten, die untereinander über eine eindrucksvolle „promenade architecturale“ verbunden sind. Auf diese Weise gelingt es den Architekten, bei geringer Versiegelung des Grundstücks alle geforderten Funktionen im Innen- und geschützten Außenraum eines sehr kompakten Baukörpers unterzubringen, der auf seine multifunktionale Nutzung mit verschiedenen Gesichtern reagiert.

Zusätzlich unterstützt wird die skulpturale Wirkung des Hauses der Jugend durch die kräftige Farbgebung der Sportbereiche und Außenräume: Während die „vertikale“ Fassade durch die homogene Verkleidung mit silbergrauen Aluminiumplatten fast wie eine Karosserie wirkt, sind die Lichthöfe im Inneren als grün lackierte metallene „Futterale“ ausgebildet. Die Betonoberflächen der Einschnitte der Außenräume sind dagegen betont rau strukturiert und partiell durch den vierlagigen Auftrag einer roten Lasur akzentuiert. Damit werden sie nicht nur weithin sichtbar gemacht, sondern fordern auch zum Bespielen und Benutzen der unkonventionellen Raumkonfigurationen auf. Seit Fertigstellung wurde das Projekt mit dem Deutschen Fassadenpreis 2011 ausgezeichnet, mit dem IOC/IAKS Award für beispielhafte Sport- und Freizeitanlagen 2011 und mit dem Architekturpreis Beton 2011

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