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Kunsthalle, Lingen

Zinnoberrot, Chromoxydgrün, Neapelgelb und Himmelblau.

Bautafel

Standort Kaiserstraße 10a, 49809 Lingen

Bauherr Kunstverein Lingen Kunsthalle

Planung Sarah Pelikan, München

Farbentwurf Sarah Pelikan, München

  • <p>Ein gigantischer, am höchsten Punkt geknickter Raumkörper, mehr als zwölf Meter breit und fast sieben Meter hoch.</p>

    Ein gigantischer, am höchsten Punkt geknickter Raumkörper, mehr als zwölf Meter breit und fast sieben Meter hoch.

  • <p>Je nach Lichteinfall, je nach der Position im Raum wirken die Farben in den trichterförmigen Räumen anders.</p>

    Je nach Lichteinfall, je nach der Position im Raum wirken die Farben in den trichterförmigen Räumen anders.

  • <p>Diese unmittelbare Erfahrung in der Halle des ehemaligen Ausbesserungswerks der Deutschen Bahn vermittelt ohne Worte, wie lebendig Farben gesehen und empfunden werden.</p>

    Diese unmittelbare Erfahrung in der Halle des ehemaligen Ausbesserungswerks der Deutschen Bahn vermittelt ohne Worte, wie lebendig Farben gesehen und empfunden werden.

  • <p>Der strahlende White Cube öffnet sich an den Schmalseiten und lädt die Besucher zu einer intensiven Farberfahrung ein.</p>

    Der strahlende White Cube öffnet sich an den Schmalseiten und lädt die Besucher zu einer intensiven Farberfahrung ein.

  • <p>Die Farben sind keine reinen Primärfarben, die den Besucher „anschreien“, sondern gedämpfte, aber dennoch intensive Töne.</p>

    Die Farben sind keine reinen Primärfarben, die den Besucher „anschreien“, sondern gedämpfte, aber dennoch intensive Töne.

  • <p>Der Farbton „Neapelgelb“ verweist auf den Namen der Installation: „Piano del Colore“ - so nennt man in Italien das Farbkonzept für eine Stadt.</p>

    Der Farbton „Neapelgelb“ verweist auf den Namen der Installation: „Piano del Colore“ - so nennt man in Italien das Farbkonzept für eine Stadt.

  • <p>„Die Kinder haben diesen Raum intuitiv verstanden, das war überwältigend“, so die Künstlerin, „sie haben angefangen zu tanzen und zu rennen, sich den Raum zu erobern.“</p>

    „Die Kinder haben diesen Raum intuitiv verstanden, das war überwältigend“, so die Künstlerin, „sie haben angefangen zu tanzen und zu rennen, sich den Raum zu erobern.“

  • <p>In der übergroßen Installation kann man monochrome Farbfelder auf sich wirken lassen.</p>

    In der übergroßen Installation kann man monochrome Farbfelder auf sich wirken lassen.

Am Anfang stand die Idee eines begehbaren Bildes, ein Raum, in dem die Farbe von allen Seiten erfahren werden kann. Sarah Pelikan, die Ende der sechziger Jahre an der Münchner Kunstakademie Malerei studiert hat, setzt sich in ihrem Werk seit Jahrzehnten mit der Wirkung von Farbe im Raum auseinander - und verlässt dabei immer wieder die klassische Tradition der Malerei. Seit den frühen achtziger Jahren arbeitet sie etwa mit dem „unkünstlerischen“ Material Resopal, auf dem die Farbe als anonyme, absolute Fläche erscheint. In anderen Arbeiten hat sie Wände und Wandpfeiler einbezogen, Faltwände und Böden farbig gestaltet.

Die Arbeit „Piano del Colore“ ist bislang mit Abstand ihre größte Installation: ein gigantischer, am höchsten Punkt geknickter Raumkörper, mehr als zwölf Meter breit und fast sieben Meter hoch, der die Halle des Kunstvereins Lingen fast vollständig ausfüllt. Der strahlende White Cube öffnet sich an den Schmalseiten und lädt die Besucher zu einer intensiven Farberfahrung ein. Der Boden steigt leicht an, der Raum verjüngt sich nach hinten – oben angekommen, gelangen die Besucher in einen zweiten Farbraum, der sie sanft wieder nach unten führt. Je nach Lichteinfall, je nach der Position im Raum wirken die Farben in den trichterförmigen Räumen anders: das Taubenblau der Decke, das Grün und Gelb der Wände, das Rot des Bodens wird kälter und wärmer, heller und dunkler, strahlt auf die jeweils anderen Flächen ab.

Sarah Pelikan haben ganz besonders die Farben der Renaissance fasziniert, wie man sie etwa in Venedig findet, aber auch die Räume der Biedermeierzeit. In Lingen hat Sarah Pelikan die Farben einer Stadt also nach innen gelegt, in den Raum hinein, um ihre Wirkung in Reinform zu testen – nicht als Licht wie bei dem amerikanischen Altmeister James Turrell, auf den sich die Künstlerin immer wieder bezieht, sondern als pures Material, als makellose Farbfläche. Daher sind die Farben von Sarah Pelikan auch keine reinen Primärfarben, die den Besucher „anschreien“, sondern gedämpfte, aber dennoch intensive Töne. „Die Kinder haben diesen Raum intuitiv verstanden, das war überwältigend“, so die Künstlerin, „sie haben angefangen zu tanzen und zu rennen, sich den Raum zu erobern." 

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