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Architektenforum in Weimar Stadtentwicklung im Spannungsfeld von regionaler Identität und gesellschaftlichem Wandel

Städte waren und sind ein Motor für Interessen, Austausch, Innovationen, Hoffnungen und Konflikte, die sich auch im baukulturellen Erbe ausdrücken. Sich ändernde Anforderungen und Bedürfnisse an die Stadt haben im Laufe der Jahrhunderte eine Vielfalt von Bauten und städtischen Strukturen mit sich gebracht.

Heute stehen die Städte vor der Aufgabe, den Genius Loci des Ortes weiterzuentwickeln, sich aber gleichzeitig den Herausforderungen einer zukunftsgerichteten Stadtentwicklung zu stellen.

Dabei stellen sich die grundsätzlichen Fragen: Welche Faktoren formen die Stadt der Zukunft? Welche Qualitäten sind notwendig, um die Lebensqualität zu stärken? Welche Anknüpfungspunkte bieten die sichtbaren und verborgenen Zeitschichten? Die Referenten des 21. Architektenforums gehen diesen Fragen nach und stellen beispielgebende Bauten, Planungen und Konzepte vor.

In engem Bezug zum Thema steht auch der Veranstaltungsort: Die Weimarhalle, 1931 nach den Entwürfen von Max und Günther Vogeler im Stil der "Neuen Sachlichkeit" errichtet, wurde nach wechselvoller Geschichte 1997 abgerissen und durch einen Neubau an gleicher Stelle und in ähnlicher Kubatur nach Entwürfen der Architekten Gerkan, Marg und Partner ersetzt.

Die Eckdaten der Veranstaltung:

  • Termin: 3. April 2017
  • Veranstaltungsort: Weimarhalle, UNESCO-Platz 1, 99423 Weimar

 

 

Anmeldung

Anmeldung

Melden Sie sich hier für das Architektenforum in Weimar an!

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Tagesablauf

  • 10:00 Uhr: Anmeldung und Registrierung
  • 10:30 Uhr: Begrüßung (Burkhard Fröhlich, Bauverlag BV GmbH, Gütersloh)
  • 10:45 Uhr: IBA Thüringen als Motor der Stadtentwicklung (Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin IBA Thüringen GmbH)
  • 11:15 Uhr: Weimar im 20. Jahrhundert: Eine Zukunft für die Vergangenheit (Prof. Dr. Harald Bodenschatz, Berlin)
  • 12:00 Uhr: Mittagsimbiss
  • 13:00 Uhr: Architekturexkursionen
  • 15:30 Uhr: Eintreffen der Exkursionsteilnehmer in der Weimarhalle, Kaffeepause
  • 16:00 Uhr: Einführung (Burkhard Fröhlich, Bauverlag BV GmbH, Gütersloh)
  • 16:15 Uhr: Stadt Haus Fassade (Michael Schneider, Partner in Caruso St John, London und Zürich)
  • 17:00 Uhr: Ein wenig mehr oder die Tiefe des Minimalen (Roger Riewe, Riegler Riewe Architekten, Graz)
  • 17:45 Uhr: Zusammenfassung und Ausblick
  • 18:00 Uhr: Get-together

 

 

  • <p>Eiermann-Bau;<i> Foto: Thomas Müller, Weimar</i></p>

    Eiermann-Bau; Foto: Thomas Müller, Weimar

Moderation

  • <p><i>Foto: Lisa Farkas</i></p>

    Foto: Lisa Farkas

Burkhard Fröhlich

Burkhard Fröhlich, Bauverlag BV GmbH, Gütersloh

Nach seinem Architekturstudium konzentriert sich Burkhard Fröhlich (Deutsche Bauzeitschrift DBZ) seit 1978 auf die redaktionelle Arbeit bei der Bauverlag BV GmbH (vormals Bertelsmann Fachzeitschriften GmbH) in Gütersloh. Als Chefredakteur ist er hier verantwortlich für die Architektur- und Planertitel. Neben der Entwicklung von Kundenmagazinen und Architekturmedien ("Corporate Publishing") beschäftigt er sich mit der Planung und Durchführung von Kongressen und Architekturveranstaltungen, die er als Moderator begleitet. Zielgruppe dieser Veranstaltungen sind Architekten, Planer und ausführende Betriebe. Seit 2002 ist er Vorsitzender des Arbeitskreises Baufachpresse.

Referenten

Dr. Marta Doehler-Behzadi (Geschäftsführerin IBA Thüringen GmbH)

Dr. Marta Doehler-Behzadi leitet die IBA Thüringen GmbH seit Mai 2014 als Geschäftsführerin. Nach ihrem Studium für Stadtplanung an der Hochschule für Architektur und Bauwesen (HAB) Weimar und anschließendem Forschungsstudium arbeitete sie seit 1984 zunächst mehrere Jahre für den Chefarchitekten der Stadt Leipzig.

Anschließend war sie als freiberufliche Stadtplanerin in Leipzig tätig. Von 2007 bis 2014 leitete sie das Referat Baukultur und Städtebaulicher Denkmalschutz im Bundesbauministerium. In dieser Funktion betreute sie in den vergangenen Jahren auch das bundesweite Netzwerk von IBA Akteuren und ist mit den IBA Prozessen in Deutschland vertraut.

Foto: Thomas Müller, Weimar

Prof. Dr. Harald Bodenschatz, Stadtplaner und Sozialwissenschaftler, Berlin

Harald Bodenschatz studierte 1967–1972 an der LMU München und der FU Berlin. Von 1972–1995 lehrte er in den Studiengängen Architektur sowie Stadt- und Regionalplanung an der RWTH Aachen und an der TU Berlin. Nach seiner Promotion (1978) und Habilitation (1986) war er 1995–2011 Universitätsprofessor für Planungs- und Architektursoziologie an der TU Berlin.

Heute ist er assoziierter Professor am Center for Metropolitan Studies der TU Berlin sowie Mitglied des Bauhaus-Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur und der Planung an der Bauhaus-Universität Weimar. Harald Bodenschatz hat zu zahlreichen Themen des Städtebaus geforscht und publiziert. 2004–2009 war er Sprecher des Schinkel-Zentrums der TU Berlin, 2009–2010 Sprecher des Transatlantischen DFG-Graduiertenkollegs (Berlin – New York).

Als Gastprofessor lehrte er 1997 in Rio de Janeiro und 2000 in Lima. Seit 1980 ist Bodenschatz planerisch in der Stadterneuerung tätig. Er ist seit 1985 in der Stadtplanerliste der Architektenkammer Berlin eingetragen und Mitglied zahlreicher Verbände.

Foto: TU Berlin

Michael Schneider, Partner in Caruso St John, London und Zürich

Michael Schneider studierte Architektur in Basel und an der Universität der Künste in Berlin. Anschließend arbeitete er bei Meili Peter Architekten in Zürich und lehrte an der ETH Zürich am Lehrstuhl von Peter Märkli und Markus Peter.

2011 gründete er die Züricher Dependance von Caruso St John, 1990 von Adam Caruso und Peter St John in London gegründet, 2013 wurde er Mitglied der Geschäftsleitung. Kennzeichnend für die Architektur des Büros ist der enge Bezug zum baulichen Umfeld. Das Vorgefundene wird zu etwas Neuem, Eigenständigem transformiert, Gegenwart und Zukunft werden miteinander in Beziehung gesetzt.

Michael Schneider war unter anderem Projektleiter für das Baufeld E an der Europaallee, einem neu entstehenden Stadtraum beim Hauptbahnhof Zürich, sowie verantwortlich für mehrere erstplatzierte Wettbewerbe.

Foto: Caruso St John Architects Zürich

Roger Riewe, Riegler Riewe Architekten, Graz

Roger Riewe wurde 1959 in Bielefeld geboren. Er studierte Architektur an der RWTH Aachen. 1987 gründete er gemeinsam mit Florian Riegler in Graz das Architekturbüro Riegler Riewe. Die Arbeit des Büros Riegler Riewe wurde seither vielfach ausgezeichnet und international publiziert und ausgestellt.

Nach Lehraufträgen und Gastprofessuren in Amsterdam, Prag, Barcelona, Venedig, Calgary, Houston und Graz wurde Roger Riewe 2001 Professor und Vorstand am Institut für Architekturtechnologie der Technischen Universität Graz. Er war und ist Mitglied in zahlreichen Beiräten und Komitees, so etwa im Gestaltungsbeirat der Stadt Köln und im Scientific Committee European.

Er ist Autor zahlreicher Fachbeiträge in Zeitschriften und Publikationen sowie Mitinitiator und ehemaliger Herausgeber des Grazer Architekturmagazins GAM, einer Zeitschrift der Architekturfakultät der TU Graz.

Foto: Sissi Furgler

Touren

Tour 1: Vom frühen Bauhaus zum neuen Bauhaus-Museum

Weimar ist untrennbar mit der Geschichte des Bauhauses verbunden. Im Jahr 1919 wurde hier das Staatliche Bauhaus gegründet. Dieser Rundgang führt zu den Wirkungsstätten der Bauhäusler. Besichtigt werden die ehemaligen Gebäude der Kunstschule und der Kunstgewerbeschule, das Tempelherrenhaus und natürlich das Haus Am Horn.

In Sichtweite dieses Musterhauses ist vor etwa 20 Jahren die Wohnsiedlung "Neues Bauen Am Horn" entstanden. Die Führung endet mit einem Blick auf die Baustelle des neuen Bauhaus-Museums, welches zum 100. Gründungsjubiläum des Bauhauses im Jahr 2019 eröffnet werden soll. Der Entwurf für das Museum stammt von der Architektin Prof. Heike Hanada und Prof. Benedict Tonon.

Foto: Klassik Stiftung Weimar, Heike Hanada mit Benjamin Tonon

Tour 2: Wohnhäuser der Moderne in Weimar

Henry van de Velde, der als erster Direktor der großherzoglich-sächsischen Kunstgewerbeschule auch viel Vorarbeit für das Bauhaus leistete, hat nicht nur die Bauten des Kunstschulensembles entworfen, sondern auch sein eigenes Wohnhaus in der Belvederer Allee. Das Haus des Künstlers als Gesamtkunstwerk aus Garten, Haus und Inneneinrichtung ist die erste Station unserer Tour.

Von dort aus geht es mit dem Bus zum Haus Am Horn, dem Musterhaus des Bauhauses, welches für die Bauhausausstellung 1923 errichtet wurde. Letzte Station der Tour ist das Neufert-Haus in Gelmeroda, das vom Architekten Ernst Neufert als Bau der Zukunft im Rastermaß geplant und gebaut wurde. Die drei Häuser zeigen eindrucksvoll, wie eng die Entwicklung der Moderne in Weimar mit ihren Protagonisten verbunden war.

Foto: Thomas Müller, Weimar

Tour 3: Welterbe weiterbauen

Weimar hat eine lange Geschichte und viele Gesichter. Jede Generation hat in der über Tausend Jahre alten Stadt nach ihren Vorstellungen gebaut und gestaltet. Als Ackerbürgerstadt, repräsentative Residenz, Gedenkort, Museum und Universitätsstadt hat Weimar Kriegszerstörung, Abriss und Verfall erlebt. Trotzdem konnte sich Neues mit Altem immer wieder gut verbinden. Im Jahr 1998 wurde das Ensemble "Klassisches Weimar" in das Welterbe der UNESCO aufgenommen.

Während des Stadtspaziergangs besichtigen wir Umbauten und Erweiterungsbauten wie das Herderzentrum, das nach Plänen des Architekturbüros Gildehaus entstanden ist. Eine weitere Station ist das Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, welches seit 2005 den Nutzern der Bibliothek zur Verfügung steht. Der Entwurf dafür stammt von Hilde Barz-Malfatti und Karl-Heinz Schmitz. Beide sind Professoren an der Bauhaus-Universität Weimar. Ebenfalls neu entstanden ist im Jahr 2005 die Universitätsbibliothek. Sie wurde von Meck Architekten aus München entworfen und geplant.

Foto: Thomas Müller, Weimar; Weimar GmbH, Maik Schuck; Michael Miltzow, Weimar

Tour 4: 200 Jahre Stadtbaugeschichte in Weimar

Auf dem Stadtspaziergang folgen wir der Entwicklung der Stadt nach der Niederlegung der Stadtmauer im 18. Jahrhundert. In nördlicher Richtung wurde die Jakobsvorstadt an die mittelalterliche Stadt angeschlossen. Es entwickelte sich ein Gebiet, welches aus ganz unterschiedlichen Überlegungen zur Entwicklung der Stadt und den Bedürfnissen der Bewohner und der jeweils Regierenden entstand.

Der Rundgang führt uns zur Jakobskirche und dem ehemaligen nationalsozialistischen Gauforum, welches in den 1930er-Jahren entstand. Als Antwort darauf kann das Studentenwohnheim am Jakobsplan gelten, ein Beispiel sozialistischen Städtebaus. Darüber hinaus besichtigen wir das Goethe-Schiller-Archiv mit der Erweiterung, die im Jahr 2013 fertiggestellt wurde.

Foto: Thomas Müller, Weimar

Tour 5: Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen 2012 bis 2023

Die IBA Thüringen macht das STADTLAND zu ihrem Thema. Sie konzentriert sich dabei im Zeitraum von 2012 bis 2023, dem Jahr der Abschlusspräsentation, auf fünf IBA Baustellen, wo Umdenken und Umbauen, Kooperationen und eine Kultur des guten Planens und Bauens in Stadt und Land im Mittelpunkt stehen. Unsere Tour führt uns zu beispielhaften Projekten der IBA Thüringen, unter anderem nach Apolda.

Dort wird der Bahnhof zum Ausgangspunkt einer Entwicklungsstrategie, die in Summe aus acht Einzelprojekten bestehen soll – alles leer stehende Gebäude bzw. Grundstücksbrachen im Umfeld des Bahnhofs. Besichtigt wird auch der "Eiermann-Bau", zum großen Teil vom Apoldaer Architekten Hermann Schneider 1906/07 errichtet und 1938/39 von Egon Eiermann, einem der bedeutendsten deutschen Architekten der Moderne, erweitert. Das Gebäude stellt wegen seiner Bauweise ein bemerkenswertes Zeugnis des modernen Industriebaus dar.

Foto: Thomas Müller, Weimar

Zertifizierung

Die Veranstaltung ist bei den unten stehenden Architektenkammern als Fortbildungsveranstaltung angefragt. Sobald uns eine Rückmeldung vorliegt, erfahren Sie hier mehr!

  • Die Architektenkammer Baden-Württemberg hat die Veranstaltung mit 4 Unterrichtsstunden anerkannt.
  • Die Architektenkammer Hessen hat die Veranstaltung mit 5 Fortbildungspunkten anerkannt.
  • Die Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern hat die Veranstaltung mit 6 Fortbildungsstunden anerkannt.
  • Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen hat die Veranstaltung mit 4 Unterrichtsstunden anerkannt.
  • Die Architektenkammer des Saarlandes hat die Veranstaltung mit 5 Fortbildungspunkten anerkannt.
  • Die Architektenkammer Sachsen hat die Veranstaltung in die Liste der anerkannten Fortbildungsveranstaltungen eingetragen.
  • Die Architektenkammer Schleswig-Holstein hat die Veranstaltung mit 8 Unterrichtseinheiten anerkannt.
  • Die Architektenkammer Thüringen hat die Veranstaltung mit 7 Fortbildungsstunden anerkannt.

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