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20. November 2017, Wien Abseits bekannter Pfade. Zeitgemäße Konzepte für den Wohnungsbau

Wohnungsbau ist das Thema der Stunde. Steigende Einwohnerzahlen stellen die Kommunen in den Ballungsräumen vor große Herausforderungen, insbesondere bei der Schaffung von Wohnraum für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen.

Der Wohnungsbau boomt, doch die entstehenden Stadtquartiere stehen häufig in der Kritik der Öffentlichkeit: Seelenlos, gleichförmig, ohne Individualität und Identität lautet das Urteil. Genossenschaften erleben unter diesen Vorzeichen eine Renaissance.

Bauherrengemeinschaften erproben neue, gemeinschaftliche Modelle. Und wenn es um innovative Ideen geht, dann spielt Wien immer wieder eine Vorreiterrolle. Denn anders als in anderen europäischen Großstädten ist Wohnraum dort noch bezahlbar. Etwa 60 Prozent der Wiener leben in geförderten Wohnungen. Und das sind keine grauen Plattenbauten am äußeren Stadtrand, sondern ökologisch, nachhaltig und zentrumsnah ist der vom Staat subventionierte Wohnraum.

Naheliegend also, dieses Thema auch in den Mittelpunkt des 22. Brillux Architektenforums zu stellen, das erstmalig nicht in Deutschland stattfindet. In Führungen und Vorträgen werden Projekte und zeitgemäße Konzepte in der Architektur vorgestellt, die grenzübergreifende Anregungen und Inspirationen für die Entwicklung lebenswerter Stadtquartiere vermitteln.

Anmeldung

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Tagesablauf

Tagesablauf

9:30 Uhr: Anmeldung und Registrierung

10:00 Uhr: Begrüßung

Burkhard Fröhlich, Bauverlag BV GmbH, Gütersloh

10:15 Uhr: Sozialer Wohnbau in einer wachsenden Stadt Wien

Dr. Kurt Puchinger, Vorsitzender des Grundstücksbeirats und Berater im Büro der Geschäftsgruppe Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung der Stadt Wien

10:45 Uhr: Die gute (Wohn-)Idee

Herwig Spiegl, ALLESWIRDGUT ARCHITEKTUR, Wien

11:30 Uhr: Mittagsimbiss

12:30 Uhr: Architekturexkursionen

15:00 Uhr: Eintreffen der Exkursionsteilnehmer in der Aula der Wissenschaften, Kaffeepause

15:30 Uhr: poologie des Wohnens

Raphael Frei, pool Architekten, Zürich

16:15 Uhr: Existenzmaximum

Oliver Thill, Atelier Kempe Thill, Rotterdam

17:00 Uhr: Zusammenfassung und Ausblick

Im Anschluss: Get-together

  • <p><i>Foto: Aula der Wissenschaften</i></p>

    Foto: Aula der Wissenschaften

Moderation

  • <p><i>Foto: Lisa Farkas</i></p>

    Foto: Lisa Farkas

Burkhard Fröhlich

Burkhard Fröhlich, Bauverlag BV GmbH, Gütersloh

Nach seinem Architekturstudium konzentriert sich Burkhard Fröhlich (Deutsche Bauzeitschrift DBZ) seit 1978 auf die redaktionelle Arbeit bei der Bauverlag BV GmbH (vormals Bertelsmann Fachzeitschriften GmbH) in Gütersloh. Als Chefredakteur ist er hier verantwortlich für die Architektur- und Planertitel. Neben der Entwicklung von Kundenmagazinen und Architekturmedien ("Corporate Publishing") beschäftigt er sich mit der Planung und Durchführung von Kongressen und Architekturveranstaltungen, die er als Moderator begleitet. Zielgruppe dieser Veranstaltungen sind Architekten, Planer und ausführende Betriebe. Seit 2002 ist er Vorsitzender des Arbeitskreises Baufachpresse.

Referenten

Dipl.-Ing. Dr. Kurt Puchinger, Vors. d. Grundstücksbeirats u. Berater im Büro der Geschäftsgruppe Wohnen, Wohnbau u. Stadterneuerung, Wien

Dr. Kurt Puchinger studierte Raumplanung und Raumordnung an der Technischen Universität Wien. Danach war er Universitätsassistent am Institut für Regionalforschung und Vertragsassistent am Institut für Örtliche Raumplanung an der Technischen Universität Wien. Von 1989 bis 2006 war er freiberuflich tätig. Den Vorsitz des Fachbeirats für Stadtplanung und Stadtgestaltung der Stadt Wien hatte er von 2005 bis 2006 inne.

Von 2006 bis 2012 leitete er als Planungsdirektor die Gruppe Planung der Magistratsdirektion-Stadtbaudirektion der Stadt Wien. Von 2011 bis 2015 war er außerdem Priority Area Coordinator 10, EU-Strategie für den Donauraum. Seit 2015 ist Dr. Kurt Puchinger Vorsitzender des Grundstücksbeirats und seit 2016 Berater im Büro der Geschäftsgruppe Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung der Stadt Wien.

Foto: Dr. Kurt Puchinger

Herwig Spiegl, ALLESWIRDGUT ARCHITEKTUR ZT GmbH, Wien

Herwig Spiegl ist Gründungsmitglied des 1999 in Wien gegründeten Architekturbüros ALLESWIRDGUT. Er studierte Architektur an der Technischen Universität Wien, der McGill University, Montreal und der Bartlett School of Architecture, London.

Nach Mitarbeit in diversen Architekturbüros in Österreich, Deutschland und den Niederlanden gründete er 1999 mit Ingrid Hora, Andreas Marth, Friedrich Passler und Christian Waldner das Büro ALLESWIRDGUT GnbR, Wien, welches 2002 nach dem Ausscheiden von Ingrid Hora in ALLESWIRDGUT ARCHITEKTUR ZT GmbH überging.

ALLESWIRDGUT konzentriert sich auf Inhalte und Synergien – auf sich ergänzende und somit Ressourcen sparende Funktionen. Die Bauaufgabe wird genau untersucht, nichts ist prinzipiell verboten, vieles ist möglich. Daraus ergeben sich für den Bauherrn und für die Architekten überraschende Lösungsansätze, die gemeinsam überprüft und perfektioniert werden. Gute Architektur soll nicht mehr kosten – sie soll nur mehr können. 2014 hatte Herwig Spiegl eine Gastprofessur am Institut für Wohnbau an der TU Wien. Seit 2017 ist er Mitglied des Gestaltungsbeirats der Landeshauptstadt Stuttgart.

Foto: Hertha Humaus

Raphael Frei, pool Architekten, Zürich

Raphael Frei studierte bis 1991 an der ETH Zürich Architektur und arbeitete nach seinem Studium bei Gigon & Guyer aus Zürich. Seit 1998 ist er Partner im Büro pool Architekten mit Sitz in Zürich. pool formierte sich 1994 als Diskussions-Plattform mit Workshops und Debatten über Architektur und Städtebau.

1996 nahm die praktische Tätigkeit als Architektengemeinschaft ihren Anfang und führte 1998 zur Gründung der pool Architekten mit acht gleichberechtigten Partnern. Zu ihren Aktivitäten gehören Bauprojekte, Studien und Planungen in der gesamten Deutschschweiz. Den anfänglich zentralen Wohnungsbau ergänzen mittlerweile auch andere Bauaufgaben. Raphael Frei ist seit 2007 Mitglied der Architektengruppe Krokodil, einem Zusammenschluss deutsch-schweizer Architekturbüros, der das Ziel hat, im Dialog mit Politik, Verbänden und Initiativen die Möglichkeiten eines gesteuerten, qualitätsvollen Wachstums suburbaner Gebiete zu untersuchen und konkrete Lösungen für eine bestimmte zersiedelte Agglomeration der Schweiz zu erarbeiten.

Von 2010 bis 2012 war er Gastdozent an der ETH Zürich, von 2013 bis 2016 hatte er eine Professur an der TU Berlin inne. Er ist Mitglied der Kommission Kunst im öffentlichen Raum des Kantons Aargau und der Fachkommission SNBS (Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz).

Foto: Niklaus Spoerri, Zürich

Oliver Thill, Atelier Kempe Thill, Rotterdam

Oliver Thill studierte Architektur an der TU Dresden und hatte Lehraufträge an der Delft University of Technology, der Academie van Bouwkunst in Arnheim und Rotterdam und am Berlage Institute Rotterdam and Delft. Aktuell hat er eine Professur an der TU Berlin inne. Atelier Kempe Thill wurde 2000 von André Kempe und Oliver Thill gegründet, nachdem diese den Europan-5-Wettbewerb für 300 Wohnungen in Kop van Zuid, Rotterdam gewonnen hatten.

In den vergangenen 17 Jahren wuchs das Büro zu einem Team von etwa 25 Mitarbeitern an, das insbesondere in den Benelux-Staaten mit unkonventionellen Wohnbauten auf sich aufmerksam machte. Das Büro entwirft Strukturen, die sowohl neutral und ökonomisch als auch zugleich spezifisch und innovativ sind. Ziel ist es, eine "spezifische Neutralität" zu schaffen, die der Architektur die Möglichkeit einräumt, die versteckte Vitalität unserer Zeit auszudrücken.

Foto: Oliver Thill

Touren

Tour 1: Seestadt Aspern – ein nachhaltiger Stadtteil | Busfahrt

Das größte Stadterweiterungsgebiet Wiens liegt am zum Teil noch landwirtschaftlich genutzten Ostrand der Stadt und stärkt die Verbindung zur nahen "Twin City" Bratislava. Das Konzept dieser "Stadt in der Stadt" mit 20.000 Einwohnern und 20.000 Arbeitsplätzen setzt auf nachhaltige Mobilität, wohnungsnahe Infrastruktur, erneuerbare Energien und soziale Durchmischung durch vielfältige Angebote: Studentenheime, Genossenschafts-, Miet- und Eigentumswohnungen.

Seit 2015 wohnen hier rund 6.000 Personen, die Fertigstellung ist bis 2030 vorgesehen. Das Büro Johannes Tovatt and Partners aus Stockholm hat den städtebaulichen Wettbewerb mit einem Konzept gewonnen, das auf Bekanntes setzt: Eine große Ringstraße und ein System von Radial- und Querstraßen, im Zentrum liegt identitätsstiftend ein künstlicher See.

Die bereits realisierten Wohnbauten (u. a. von einszueins und querkraft mit berger+parkkinen) zeigen ein Spektrum an qualitätsvollen Antworten auf die Anforderungen an hohe Dichte in einer suburbanen Lage, besonderes Augenmerk erhielten die Freiräume (u. a. von idealice, Lavaland, Treibhaus).

Foto: Hertha Humaus

Tour 2: Hauptbahnhof und Sonnwendviertel | Busfahrt

Der neue Hauptbahnhof bringt nicht nur Veränderungen für Reisende. Durch die Neuorganisation als Durchgangsbahnhof (von ARGE Wiener Team mit den Architekten Theo Hotz, Ernst Hoffmann und Albert Wimmer) wurden auch nahe dem historischen Stadtzentrum mehr als 50 Hektar Fläche frei, die gegenwärtig für Büros und Geschäfte ("Quartier Belvedere") sowie für Wohn- und Mischnutzung ("Sonnwendviertel") entwickelt werden.

Die Herausforderung besteht darin, das ehemals isolierte Gebiet mit den angrenzenden Bezirken zu verweben und eine Nutzungs- und Bewohnerstruktur zu fördern, die die Neubauten rasch zu einem lebendigen Stück Stadt werden lässt. Der Bürokomplex "Erste Campus" von Henke Schreieck Architekten (Landschaftsarchitektur: Auböck + Kárász) ist gleichzeitig Landmark und Bindeglied zum barocken Ensemble des Belvedere.

Die aus Bauträgerwettbewerben hervorgegangenen Wohnbauten von unter anderem ss plus architektur, studiovlay, Geiswinkler&Geiswinkler und DMAA bieten bei hoher Dichte eine Vielfalt an qualitätvollen Vorschlägen für leistbares Wohnen in einer aktiven Nachbarschaft.

Foto: Felicitas Konecny

Tour 3: Wohnen in Gemeinschaft | Busfahrt

Für die Wettbewerbe um die Bauplätze am ehemaligen Nordbahnhof-Areal (79 Hektar, in attraktiver Lage zwischen dem Verkehrsknotenpunkt Praterstern und der Donau) wurden neben allgemeinen Qualitätskriterien immer wieder wechselnde Themen in den Fokus gestellt, die aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen ansprechen. Anonymität, Vereinzelung und das Risiko, durch das grobmaschige Netz der sozialen Institutionen zu fallen, motivieren die Suche nach gemeinschaftlichen Wohnformen jenseits traditioneller Dorf- oder Familienstrukturen.

Das Spektrum der hier in hoher architektonischer Qualität realisierten Angebote reicht vom genossenschaftlichen Mietwohnungsbau mit Gemeinschaftseinrichtungen (u. a. von Werner Neuwirth/von Ballmoos Krucker/Sergison Bates, PPAG, königlarch) über ein gefördertes Wohnhaus mit Wohngemeinschaften für 3-6 Personen (CityCom2 von BEHF) bis zum Baugruppenprojekt "Wohnprojekt Wien" (von einszueins), das in vorbildlicher Weise auch Angebote für die Belebung des Quartiers beisteuert.

Foto: Hertha Humaus

Tour 4: Moderne Nomaden – temporäres Wohnen | Busfahrt

Flexibilität bei der Wahl des Wohnsitzes in allen Schattierungen zwischen freiwillig und unfreiwillig ist nicht zuletzt eine Herausforderung für angemessene architektonische Konzepte.

Wien als Bildungsstandort (rund 180.000 Studierende) und Tourismusstadt kann auf ein breites Spektrum an temporären Wohnformen verweisen und auch einige außergewöhnliche Lösungen präsentieren – von Low-Cost-Projekten wie magdas Hotel von ALLESWIRDGUT (Umnutzung eines ehemaligen Altenpflegeheims als temporäres Hotel, wo Flüchtlinge Arbeit und Ausbildung finden) und VinziRast-mittendrin von gaupenraub+/- (im Universitätsviertel leben Studierende und ehemals Obdachlose in Wohngemeinschaften zusammen) bis zu den "Milestone" Studentenheimen mit Top-Ausstattung (Josef Weichenberger + Partner, Chaix & Morel).

Foto: Kurt Kuball

Tour 5: Campus-WU – Wirtschaftsuniversität Wien | Busfahrt

Der 2013 eröffnete Campus ist ein Modell für die Universität der Zukunft – kommunikationsfördernde, nachhaltige und barrierefreie Orte des Lernens, Lehrens und Forschens waren das zentrale Anliegen, ebenso sollten die Bauten Internationalität, Innovation und Vielfalt abbilden.

Im internationalen Wettbewerb präsentierte BUSarchitektur (Wien) das Konzept eines offenen Campus als Abfolge von Freiräumen, denen sechs Gebäudekomplexe zugeordnet sind. In der Folge konnte BUSarchitektur den Freiraum und das Hörsaalzentrum planen, die anderen Bauteile wurden durch das Atelier Hitoshi Abe (Sendai), CRABstudio (London), Estudio Carme Pinós (Barcelona), NO.MAD Arquitectos (Madrid) und Zaha Hadid Architects (Hamburg) in ihrer jeweils charakteristischen Formensprache realisiert.

Dass die Idee eines offenen Campus als Ort der Begegnung von Wissenschaft und Öffentlichkeit hier aufgegangen ist, zeigen die Besucherzahlen an Wochenenden und die vielen Veranstaltungen im "Forum" von Zaha Hadid Architects.

Foto: boanet.at

  • <p><i>Foto: Michael Nagl</i></p>

    Foto: Michael Nagl

  • <p><i>Foto: Michael Nagl</i></p>

    Foto: Michael Nagl

  • <p><i>Foto: Michael Nagl</i></p>

    Foto: Michael Nagl

  • <p><i>Foto: Guilherme Silva Da Rosa</i></p>

    Foto: Guilherme Silva Da Rosa

  • <p><i>Foto: boanet.at</i></p>

    Foto: boanet.at

Zertifizierung

Die Architektenkammer Baden-Württemberg hat die Veranstaltung mit 4 Unterrichtsstunden (nicht Architekten/Planer im Studium) anerkannt.

Die Architektenkammer Hessen hat die Veranstaltung mit 5 Architekten-Pflichtfortbildungspunkten anerkannt.

Die Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern hat die Veranstaltung als Fortbildung mit einem Umfang von 5 Unterrichtsstunden anerkannt.

Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen hat die Veranstaltung als Fortbildung mit einem Umfang von 4 Unterrichtsstunden anerkannt.

Die Architektenkammer Rheinland-Pfalz hat die Veranstaltung als Fortbildung mit einem Umfang von 4 Unterrichtsstunden anerkannt.

Die Architektenkammer des Saarlandes hat die Veranstaltung als Fortbildungsveranstaltung i. S. der Fortbildungsordnung mit 5 Fortbildungspunkten anerkannt.

Die Architektenkammer Sachsen hat die Veranstaltung in die Liste der anerkannten Fortbildungsveranstaltungen eingetragen.

Die Architektenkammer Schleswig-Holstein hat die Veranstaltung mit 7 Unterrichtseinheiten anerkannt.

Die Architektenkammer Thüringen hat die Veranstaltung mit 7 Fortbildungsstunden für Mitglieder anerkannt.

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