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3. Juni 2015 Nachmittagsarchitektur in Oldenburg

Die Stadt Oldenburg wurde im Krieg vergleichsweise wenig zerstört. Dafür musste in den 1960er und 1970er Jahren, dem Zeitgeist entsprechend, viel Altes dem Neuen weichen – ein Weg, der heute von der Stadtgesellschaft mehrheitlich kritisch gesehen wird.

Damit die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden, hat sich die Stadt ein modernes, integratives Instrument der Stadtentwicklung verordnet: Das Stadtentwicklungsprogramm 2025 liefert den Orientierungsrahmen für die künftige Entwicklung Oldenburgs. Und das durchaus mit Erfolg. Wie die Brillux Nachmittagsarchitektur zeigte, entstehen derzeit viele Neubauprojekte, die sich sensibel in historische Kontexte einfügen.

Um 15:00 Uhr trafen sich die Teilnehmer zur Nachmittagsarchitektur in Oldenburg und wurden von Brillux Gebietsverkaufsleiter Ralf Scherzer und Lutz Beckmann, Architekt und Vorsitzender des BDA Weser-Ems/Oldenburg, herzlich begrüßt. Nach einem kurzen Überblick über das nachmittägliche Exkursionsprogramm nahmen die Architekten und Planer das Stautor Carrée näher in Augenschein.

  • Nachmittagsarchitektur in Oldenburg

Der Abriss der alten Ärzte- und Apothekerbank machte es möglich: Ein neues Quartier mit Büro- und Wohngebäuden sowie dem neuen Domizil der Kassenärztlichen Vereinigung und der Ärztekammer entwickelten kbg architekten zwischen Hunte- und Amalienstraße mit dem Stautor Carrée. Die Teilnehmer unternahmen mit Helmen ausgestattet einen Rundgang auf der Baustelle.

An der Amalienstraße entsteht ein 85 Meter langes, abwechslungsreich gegliedertes Gebäude, das die historische Straßenfront aufgreift. Zwischen den Baudenkmälern an der Huntestraße wird ein Bürogebäude errichtet; im Innenhof wird ab Ende 2016 ein Wohngebäude mit 10 bis 14 Eigentumswohnungen zu finden sein – laut der Leiterin des Stadtplanungsamtes ein gutes Stück "Stadtreparatur".

Ein Spaziergang führte die Teilnehmer zur zweiten Station der Nachmittagsarchitektur, dem im Januar eingeweihten Neubau des Forum St. Peter, welches sowohl ein geistliches Zentrum als auch ein Ort für Dialog, Begegnung und Beratung ist.

Zur Peterstraße hin vermittelt der dreigeschossige Baukörper zwischen dem Hochhaus der Nord-West-Zeitung und der Kirche St. Peter eine angemessene Maßstäblichkeit. Der Hof der Stille wird im Bereich des Durchgangs von der Peterstraße zur Georgstraße unter Einbeziehung der historischen Kirchenfassade ein halböffentlicher Raum. Die Putzfassade steht im Bezug zu den in der Peterstraße vorherrschenden klassizistischen Gebäuden.

Vom Forum St. Peter spazierten die Teilnehmer zum Quartier am Waffenplatz. Inmitten der Oldenburger Fußgängerzone, über der jüngst freigelegten Stadtmauer, entstand das Projekt von ANGELIS & PARTNER. Jahrelang standen die Gebäude des ehemaligen Möbelhauses Broweleit an den Wallanlagen in der historischen Innenstadt leer und verhinderten eine positive Entwicklung des umliegenden Stadtquartiers.

Auf der Suche nach einem nachhaltigen Nutzungskonzept und zur Revitalisierung des Umfeldes entwickelten die Architekten ein Projekt, das auf den besonderen innerstädtischen Standort reagiert und damit selbst zum Motor der Quartierentwicklung wird. Der Neubau, der die Nordseite des Waffenplatzes in Gänze begleitet und ihm so ein neues Gesicht verleiht, sieht verschiedene Nutzungen vor: Moderne Ladenflächen und Gastronomie im Erdgeschoss, darüber zwei Büroetagen und 13 Dachgeschossmietwohnungen inmitten der Fußgängerzone.

Zum Get-together ging es in die EssBar im Altera Hotel. Das Restaurant bot eine tolle Umgebung und genau die passende Atmosphäre, um die beeindruckende Oldenburger Nachmittagsarchitektur bei köstlichen Leckereien und einem guten Glas Wein nachwirken zu lassen und sich in anregenden Gesprächen über das Erlebte auszutauschen.

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