
Bild: Saarlandmuseum © Brillux

Rückblick
Die Baugeschichte Saarbrückens ist geprägt von einer mittelalterlichen Burggründung (erstmals 999 erwähnt), der barocken Prägung unter Fürst Wilhelm Heinrich im 18. Jahrhundert (Schloss, Ludwigskirche) und dem Zusammenschluss dreier Städte im Jahr 1909. Nach massiven Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erfolgte der Wiederaufbau der Stadt im zeittypischen Stil. In den 1980er- Jahren erfolgte die Neugestaltung des Saarbrücker Schlosses durch Gottfried Böhm mit einem modernen Mittelbau aus Stahl und Glas. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich drei der ausgewählten Projekte mit der Umnutzung und Erweiterung von Nachkriegsbauten beschäftigen. Ausgehend von der Modernen Galerie, gehen wir über das Villenviertel Am Staden und über die gründerzeitliche Stadterweiterung Mainzer Straße zum Neubau der Polizeiinspektion. Daran anschließend führt die Erweiterung der Grundschule Ost in das von französischer Planung geprägte Quartier Bruchwiese. Unser Spaziergang endete am ehemaligen Siemens Verwaltungsgebäude, heute Unique3.
Rundgänge

(2018, Kuehn Malvezzi, Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Künstler Michael Riedel)
Die Moderne Galerie des Saarland-Museums, entworfen von Hanns Schönecker, wurde 1968 fertiggestellt. Im Laufe der Zeit wurden die Räumlichkeiten zu klein, sodass 2006 ein Wettbewerb zur Erweiterung ausgeschrieben wurde. Das Verfahren endete mit einem Eklat, und in einem nachfolgenden Auswahlverfahren wurde das Büro TWOO Architekten aus Köln beauftragt. Der Baubeginn erfolgte 2009, doch ein Zerwürfnis zwischen Bauherrin und Architekten unterbrach die Arbeiten im Jahr 2011. In einem weiteren Vergabeverfahren erhielt das Architekturbüro Kuehn Malvezzi in Zusammenarbeit mit dem Künstler Michael Riedel den Zuschlag. Entgegen der ursprünglichen Auslobung, die sich auf die Gestaltung der Gebäudehülle beschränkte, erweiterten die Verfasser das Planungsareal auf die gesamten Freiflächen der Modernen Galerie. Das Projekt nutzt die vorangegangene Kontroverse um den Erweiterungsbau als Gestaltungselement.
Bild: Saarlandmuseum © Brillux
Die Architektenkammer Saarland hat die Veranstaltung mit 4 Fortbildungspunkten anerkannt.
Die Architektenkammer Rheinland-Pfalz hat die Veranstaltung mit 3 Fortbildungspunkten anerkannt.
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