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24. Brillux Architektenforum am 15. Oktober 2018 in Hannover Stolz und Vorurteil – Tradition und Fortschritt in der Architektur

Selten wurde so viel gebaut wie heute und noch nie standen der Architektur so viele technische und gestalterische Möglichkeiten zur Verfügung. Und doch sind die Vorbehalte gegenüber der zeitgenössischen Architektur in weiten Teilen der Bevölkerung groß.

Wie in Jane Austens 1813 erschienenen Roman "Stolz und Vorurteil" führt die Debatte darüber, was Fortschritt bedeutet, zu kontroversen Diskussionen, die mit großer Leidenschaft geführt werden. Frankfurt streitet über rekonstruierte Bürgerhäuser, in Berlin steht das wiedererstandene Stadtschloss kurz vor seiner Eröffnung, und in Hannover-Herrenhausen ist aus einem Lustschloss des Adels ein multifunktionales Tagungszentrum geworden.

Was also sind die Parameter des Fortschritts heute? Wie gerechtfertigt ist der Wiederaufbau historischer Gebäude, die Übertragung von Fragmenten und Zitaten aus der Vergangenheit in die heutige Architektur? Welchen Stellenwert haben die großen Herausforderungen des Klimawandels, der gesellschaftlichen Umbrüche bei der Planung neuer Gebäude, Siedlungen, Städte?

Wir laden Sie ein, gemeinsam mit profilierten Referenten diesen Fragen nachzugehen und dabei Anregungen und Inspirationen für zukünftige Aufgaben zu sammeln.

Foto: Schloss Herrenhausen
Foto: Schloss Herrenhausen
Foto: Schloss Herrenhausen
Foto: Schloss Herrenhausen
Anmeldung

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Tagesablauf

Tagesablauf

09:30 Uhr: Anmeldung und Registrierung

10:00 Uhr: Begrüßung

Burkhard Fröhlich, Bauverlag BV GmbH, Gütersloh

10:15 Uhr: Baugeschichte und Rekonstruktion des Herrenhäuser Schlosses

Dr. Bernd Adam, Bauhistoriker, Büro für Bauforschung, Garbsen

11:00 Uhr: Architektur als Balanceakt

Sergei Tchoban, Architekt BDA, TCHOBAN VOSS Architekten, Hamburg Berlin Dresden

11:45 Uhr: Mittagsimbiss

12:30 Uhr: Architekturexkursionen

15:30 Uhr: Eintreffen der Exkursionsteilnehmer im Schloss Herrenhausen, Kaffeepause

16:00 Uhr: Moderne Baukunst

Prof. Dr. Paul Kahlfeldt, Petra und Paul Kahlfeldt Architekten, Berlin

16:45 Uhr: Stadt, Architektur, Innenarchitektur und Produktdesign sind atmosphärisch unzertrennlich

Hadi Teherani, Hadi Teherani Architects GmbH, Hamburg

17:30 Uhr: Zusammenfassung und Ausblick

Im Anschluss: Get-together

Moderation

  • <p><i>Foto: Lisa Farkas</i></p>

    Foto: Lisa Farkas

Burkhard Fröhlich, Bauverlag BV GmbH, Gütersloh

Nach seinem Architekturstudium konzentriert sich Burkhard Fröhlich (Deutsche Bauzeitschrift DBZ) seit 1978 auf die redaktionelle Arbeit bei der Bauverlag BV GmbH (vormals Bertelsmann Fachzeitschriften GmbH) in Gütersloh. Als Chefredakteur ist er hier verantwortlich für die Architektur- und Planertitel.

Neben der Entwicklung von Kundenmagazinen und Architekturmedien ("Corporate Publishing") beschäftigt er sich mit der Planung und Durchführung von Kongressen und Architekturveranstaltungen, die er als Moderator begleitet. Zielgruppe dieser Veranstaltungen sind Architekten, Planer und ausführende Betriebe. Seit 2002 ist er Vorsitzender des Arbeitskreises Baufachpresse.

Referenten

Dr. Bernd Adam, Bauhistoriker; Büro für Bauforschung, Garbsen

Bernd Adam studierte Architektur in Hannover und promovierte 2003 mit einer Arbeit zur Architektur des 17. und 18. Jahrhunderts in Norddeutschland. Neben seiner Hochschultätigkeit an der HAWK Hildesheim, der Universität Dortmund und der Leibniz Universität Hannover ist er seit 1990 als freiberuflicher Bauforscher tätig.

Seine langjährige Erfahrung sowie zahlreiche Veröffentlichungen zur historischen Bautechnik, zur Geschichte des Architektenberufs, zur Architektur des 17. und 18. Jahrhunderts sowie zur regionalen Baugeschichte machen ihn zu einem ausgewiesenen Experten in seinem Gebiet. Beim Herrenhäuser Schloss erarbeitete Dr. Bernd Adam die Rekonstruktion, die beim Neubau für die äußere Erscheinung zugrunde gelegt wurde.

Foto: Dr. Bernd Adam

Sergei Tchoban, Architekt BDA; TCHOBAN VOSS Architekten, Hamburg Berlin Dresden

Sergei Tchoban (geb. 1962 in Sankt Petersburg) ist ein international tätiger deutsch-russischer Architekt. Er ist geschäftsführender Partner des Büros TCHOBAN VOSS Architekten in Berlin sowie Geschäftsführer des Architekturbüros SPEECH in Moskau.

Nach seinen Entwürfen entstanden deutschland- und russlandweit zahlreiche international anerkannte Gebäude und bauliche Ensembles, darunter der Federation Complex in Moskau oder das Museum für Architekturzeichnung in Berlin. 2010 und 2012 kuratierte Tchoban den Russischen Pavillon auf der Architekturbiennale in Venedig und war 2015 Architekt des Russischen Pavillons auf der EXPO in Mailand.

Er ist Gründer der ersten Biennale für junge Architekten in Russland und Juryvorsitzender sowie -mitglied bei zahlreichen internationalen Architektur- und Zeichenwettbewerben. In dem im Verlag DOM Publishers herausgegebenen Buch "Architektur als Balanceakt" setzt Sergei Tchoban sich intensiv mit dem Verhältnis der Architektur-Monumente zur breiten Masse des Gebauten auseinander.

Foto: Holger Talinski

Prof. Dr. Paul Kahlfeldt; Petra und Paul Kahlfeldt Architekten, Berlin

Paul Kahlfeldt studierte an der TU Berlin Architektur und promovierte 2004 an der TU Delft. 1987 gründete er gemeinsam mit Petra Kahlfeldt das Büro in Berlin mit aktuell zwei Standorten. Von hier werden Bauvorhaben in Deutschland und im Ausland betreut.

Die Formensprache des Büros bezieht sich in vielen Projekten auf klassische, historische Vorbilder. Der Respekt vor dem Bestehenden spiegelt sich in der Sanierung und der Umnutzung zahlreicher, teils denkmalgeschützter Kultur- und Gewerbebauten wider. Beispielhaft dafür ist die Koordination der baulichen Wiederherstellung des Festspielhauses Hellerau in Dresden.

Seit 2005 hat Paul Kahlfeldt eine Professur für Grundlagen und Theorie der Baukonstruktion an der Technischen Universität Dortmund inne. Er engagiert sich in zahlreichen Beiräten und Verbänden, unter anderem im Werkbund sowie der Internationalen Bauakademie Berlin.

Foto: Paul Kahlfeldt

Hadi Teherani; Hadi Teherani Architects GmbH, Hamburg

Die Arbeit von Hadi Teherani – 1954 in Teheran geboren, aufgewachsen in Hamburg – ist in jeder Beziehung grenzüberschreitend, jenseits von Nationalitäten und Fachdisziplinen. Das Büro hat neben Hamburg Standorte in Dubai, Abu Dhabi, Bangalore sowie Teheran. Die Projekte zielen auf atmosphärische Ausstrahlung, emotionale Eindringlichkeit und eine ökologisch fundierte Nachhaltigkeit.

Internationale Auszeichnungen dokumentieren die Gleichrangigkeit von Architektur, Produkt- und Interieur-Design. Der erste "grüne" Bahnhof Deutschlands am Frankfurter Flughafen und die Kölner Kranhäuser am Rheinufer sind wie viele internationale Projekte zu weithin wirksamen Landmarken geworden. In den letzten Jahren sind vor allem innovative Konzepte für einen nachhaltigen, urbanen Wohnungsbau entwickelt und realisiert worden.

Foto: Roger Mandt

Touren

Tour 1: Rund um Herrenhausen, Bustransfer und Spaziergang

Aus der herrschaftlichen Sommerresidenz mit den historischen Gartenanlagen entwickelten sich Ende des 19. Jahrhunderts die Arbeiterquartiere Herrenhausen, Leinhausen und Stöcken. Diese Viertel der Bahner, der Conti-, Varta-, später der VW-Arbeiter unterlagen in den letzten zehn Jahren einem stetigen Wandel.

Mit neuen, inklusiven Wohnbauten und hochwertigen Umbauten, die die vielseitige Geschichte der Stadt und ihre Erinnerungskultur sichtbar werden lassen, rücken diese Stadtteile immer stärker an die Kernstadt heran.

Foto: Roland Halbe Fotografie

Tour 2: Behutsam Stadtraum wiedergewinnen, Bustransfer und Spaziergang

Ein ganzer Stadtteil ist in Bewegung geraten. Es ist Aufbruchstimmung zu spüren. Hainholz ist mit der "Neuen Mitte Hainholz" ein Ort für alle geworden. Mit behutsamen, einfachen und unspektakulären Mitteln wurde ein Stück Stadtraum wiedergewonnen, der über viele Jahre sich selbst überlassen war, dem Gestalt und Nutzung sowie die soziale Kontrolle fehlte.

Die Entscheidung, die vor Jahrzehnten gefasste Planungsidee einer breiten Verkehrsstraße – die Nordtangente – fallen zu lassen und diese nicht zu realisieren, machte den Weg frei für eine Neubestimmung des Stadtquartiers Hainholz. Die Bewältigung dieser Aufgabe wurde zu einem finanziellen und personellen Gemeinschaftsprojekt.

Foto: Fotografie Frank Aussieker

Tour 3: Mitten im Quartier, Bustransfer und Spaziergang

Die Nordstadt und das Areal rund um den Klagesmarkt sind erst seit der Expo und der Umgestaltung des Engelbostler Damms als qualitätvolle Innenstadtlagen wahrgenommen worden. Heute ist die Mischung aus alten Industrie- und Gewerbeanlagen längs der Bahnstrecke zwischen den Conti-Werken, dem Sprengelgelände und der Leibniz-Universität am Königsworther Platz bis hin nach Herrenhausen ein beliebtes und buntes Stadtquartier für alle Generationen. Die Bebauung des Klagesmarktes setzt ein Zeichen für die lang ersehnte enge Verbindung zur Stadtmitte.

Foto: Olaf Mahlstedt Photographie

Tour 4: Hannover an der Leine, Bustransfer und Spaziergang

Die gesamte Altstadt von Hannover wurde Opfer des Flammenmeers im Zweiten Weltkrieg. Zwischen 1940 und 1962 gab der Architekt Dieter Oesterlen mit markanten Bauten wie der Marktkirche, dem Historischen Museum und dem Landtag der ehemaligen, idyllischen Fachwerkstadt ein neues Gesicht. Neben Kunst, Kultur, Geschichte und Politik prägen heute Bildungs- und Wohnbauten sowie die Umgestaltung des Hohen Ufers das Herzstück der historischen Mitte von Hannover.

Foto: Joachim Grothus für blocher partners

Tour 5: Wohnen und Arbeiten am Rand der Eilenriede, Bustransfer und Spaziergang

Das Zooviertel Hannovers, am Rande von Europas größtem Stadtwald gelegen, besitzt durch die großzügige Stadtvillenstruktur eine besondere Prägung und eine hohe Wohnattraktivität. In unmittelbarer Nachbarschaft liegen der Zoo Hannover und das Hannover Congress Centrum (HCC), das als zentraler Ort für Großveranstaltungen dient.

Mit dem Bau der Stadthalle durch das Stuttgarter Büro Bonatz & Scholer erhielt dieses Stadtquartier 1914 ein signifikantes Wahrzeichen. Der zentrale Kuppelsaal nach dem Vorbild des Pantheons wurde nach Beschädigungen im 2. Weltkrieg zunächst noch unter Beteiligung von Paul Bonatz provisorisch wiederhergerichtet und Anfang der 1960er-Jahre durch den Architekten Ernst Zinsser als Konzert- und Festsaal neu interpretiert. Neben der Sanierung und Modernisierung dieser historischen Bausubstanz erfuhr auch das umgebende Wohnviertel bauliche Erweiterungen.

Foto: Fotografie Frank Aussieker

Tour 6: Quer durch Linden, Bustransfer und Spaziergang

Die Alteingesessenen nennen sich "Lindener Butjer", vom niederdeutschen buten, was so viel wie draußen heißt. Sie sind stolz darauf, nicht so richtig zu Hannover zu gehören. Linden galt mal als Preußens größtes Dorf, war Industriestandort und Arbeiterviertel. 1885 wurde es eine eigene Stadt und erst 1920 nach Hannover eingemeindet.

In den 1960er-Jahren kamen die Gastarbeiter, in den 1980er-Jahren die Studenten, denn hier war der Wohnraum noch günstig. Linden ist bis heute eine städtische Insel. Längst sind die Industriegebäude wie das Schlachthofgelände der Firma Ahrberg und das große Gelände der Hanomag-Werke umgebaut und die rauen Fabriktage modernen Lofts zum Wohnen und Arbeiten gewichen.

Foto: Fotografie Frank Aussieker

Christuskirche, Umbau zum Internationalen Chorzentrum; Foto: Roland Halbe Fotografie
Gedenkstätte Ahlem; Foto: Roland Halbe Fotografie
Klagesmarkt, Wohnen und Arbeiten; Foto: Fotografie Frank Aussieker
Klaus Bahlsen Studentenwohnhaus; Foto: Steinprinz Fotodesign
Landtag; Foto: Olaf Mahlstedt Photographie
Stadthalle, Umgestaltung des Kuppelsaals; Foto: Fotografie Frank Aussieker

Zertifizierung

Die Veranstaltung ist bei den unten stehenden Architektenkammern als Fortbildungsveranstaltung angefragt. Sobald uns eine Rückmeldung vorliegt, erfahren Sie hier mehr!

  • Die Architektenkammer Baden-Württemberg hat die Veranstaltung mit 4 Unterrichtsstunden anerkannt.
  • Die Architektenkammer Berlin hat die Veranstaltung mit 4 Unterrichtseinheiten anerkannt.
  • Die Architektenkammer Brandenburg hat die Veranstaltung als Fortbildungsveranstaltung anerkannt.
  • Die Architektenkammer Bremen hat die Veranstaltung mit 4 Unterrichtseinheiten anerkannt.
  • Die Architektenkammer Hessen hat die Veranstaltung mit 6 Pflichtfortbildungspunkten anerkannt.
  • Die Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern hat die Veranstaltung mit 5,5 Fortbildungsstunden anerkannt.
  • Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen hat die Veranstaltung mit 3 Unterrichtsstunden anerkannt.
  • Die Architektenkammer Rheinland-Pfalz hat die Veranstaltung mit 6 Unterrichtsstunden anerkannt.
  • Die Architektenkammer des Saarlandes hat die Veranstaltung mit 4 Fortbildungspunkten anerkannt.
  • Die Architektenkammer Sachsen hat die Veranstaltung in die Liste anerkannter Fortbildungsveranstaltungen aufgenommen.
  • Die Architektenkammer Schleswig-Holstein hat die Veranstaltung mit 7 Unterrichtseinheiten anerkannt.
  • Die Architektenkammer Thüringen hat die Veranstaltung mit 8 Fortbildungsstunden anerkannt.

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