
Aus einer lieblos dahinsiechenden und vielfach geschmähten Betonfassade gestaltete Künstler Marco Brzozowski eine malerische Ode an das Havelland. Schon heute gilt sie als Landmarke im Industriepark Premnitz.
Industrie-/Gewerbebauten
Bunkerkopf, Premnitz
Der verblasste Altanstrich auf einem rissigen Betonuntergrund machte den Gebäudekopf der thermischen Abfallverwertungsanlage im Industriepark Premnitz zu einem unschönen Anblick. Auf 2.250 Quadratmetern Beton, 34 Meter hoch, bot sich eine trostlose Fläche. Diese Tristesse, ummantelt von grünen Feldern und naturbelassener Landschaft, wurde von der Bevölkerung als Schandfleck bezeichnet. Um diesen Zustand ändern, startete die EEW Energy from Waste Premnitz GmbH 2019 ein Bürgerbeteiligungsprojekt, für das der Fassadenkünstler Marco Brzozowski engagiert wurde. Sein Entwurf „Havelspaziergang“ gewann, da er die Natur der Region aufgreift.
Mit Brillux als starkem Partner, der die richtigen Produkte zur UV-beständigen Fassadengestaltung lieferte, setzte Brzozowski das Projekt um. Nach dem Einrüsten, Sandstrahlen und Verputzen der Fassade begann der kreative Teil.
Die ehemals trübe Fassade zeigt heute auf allen Seiten naturverbundene Motive, die den Charakter der Region widerspiegeln.
Ein Havelspaziergang der besonderen Art: Analog zum Titel des Entwurfs finden sich unterschiedliche Motive auf dem ehemaligen Bunkerkopf der Müllverbrennungsanlage im Industriepark Premnitz wieder.
Die flächigen Hintergrundbereiche wie den Himmel bearbeitete Marco Brzozowski mit Betonfinish 839. Danach trug er die großflächigen Motive auf.
Filigrane Bestandteile des Entwurfs arbeitete der Fassadenkünstler mit Farben aus der Sprühdose zum Schluss aus.
Von weitem nur schwer zu erahnen, zeigt sich erst bei genauem Hinsehen die Dimension der Motive. Allein der Fuchs rechts unten hat ein Maß von circa vier mal sechs Meter. Insgesamt verarbeitete Brzozowski 1.600 Liter Farbe. Ein verlässlicher Partner wie Brillux war für dieses Großprojekt für den Künstler daher unabdingbar.
Früher ragte ein unschöner Betonkopf aus der grünen Landschaft des Premnitzer Havellands hervor. Heute schaffen die natürlichen Motive eine Verbindung mit der Region am Rande des Flusses. Auf der Baustelle mischte sich Brzozowski die nahtlosen Verläufe selbst an.
Bis zu einer Höhe von 34 Metern gestaltete der Fassadenkünstler die von weitem sichtbare Fassade. Insbesondere die Einrüstung bei gleichzeitiger Beibehaltung des Betriebsverkehrs unterhalb des Bunkerkopfes zeigte sich als echte Herausforderung.
Selbst von weitem noch gut sichtbar: Durch die große Dimensionierung der unterschiedlichen Motive erleben Passanten auch aus der Ferne einen Havelspaziergang der besonderen Art.