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Mondholz: das Besondere für erholsamen Schlaf

Fotos: @waldhausbettmeralp, @michelphotographych, Adobe Stock: 422117536/Aggi Schmid, 138396537/markus thoenen

Dieser Artikel erschien in der colore #walnussbraun

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Der Kraftort Aletsch Arena bietet mit Zimmern aus dem patentierten Holz100-System die perfekte Umgebung, um sich zu erholen und neue Energie zu tanken. "Je ursprünglicher das Holz, umso besser die Wirkung auf den Menschen", lautet dabei die Devise.

Nachhaltiger Tourismus dank ökologischer Bauweise: Im Walliser Hotel Waldhaus gibt es jetzt Mondholz-Zimmer. Nun mag sich der eine oder andere fragen, was denn wohl Mondholz sei. Der Name kommt daher, dass das Holz unter Berücksichtigung des forstwirtschaftlichen Mondkalenders gefällt wird. Die Preise für dieses auf ungewöhnliche Weise gewonnene Material liegen denn auch bis zu 30 % über dem für konventionelles Holz.

Immerhin werden ihm besondere Qualitäten hinsichtlich Stabilität, Haltbarkeit, Härte, Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und vieles mehr nachgesagt. Tatsächlich erwiesen ist hingegen, dass Holz generell die Herzfrequenz beruhigt, das Immunsystem stärkt und einen tiefen, erholsamen Schlaf fördert. Im ökologischen Holzbau ist das allgemein bekannt, und auch renommierte Architekten wie Matteo Thun setzen auf diese Eigenschaften des natürlichen Baustoffs Holz.

Große Unterstützung für nachhaltigen Umbau

Doch zurück zum Mondholz: Im Jahr 2016 lancierten die Inhaber des Hotels Waldhaus, die Familie Berchtold, das Projekt "Holz100". Dahinter stecken nachhaltige, zu 100 % aus Holz gefertigte Zimmer. Der Umbau kostete 1,8 Millionen Schweizer Franken und konnte mittels Crowdfunding und zahlreicher Unterstützer realisiert werden. Die bestehenden Südzimmer wurden komplett entkernt und mit "Holz100"-Elementen erweitert, sodass die Gäste in diesen Zimmern nun von reinem, massivem Holz umgeben sind. 2018 wurde das Hotel Waldhaus mit dem Projekt für den Hotel Innovations-Award nominiert.

Massives Holz für massive Erholung

Mit den neuen Zimmern will das Hotel Waldhaus zu einer Art "Energie-Tankstelle" werden. Ideale Voraussetzungen dafür bietet es schon allein aufgrund der Lage am Kraftort Aletsch Arena, der Erholungsuchende zur ultimativen Entspannung einlädt. Jetzt soll die Kraft der Natur auch in den Zimmern des Hotels spürbar sein, und deshalb wurde das Interieur entsprechend gestaltet: mit Betten aus Arvenholz, Schrankgriffen aus unbehandelten Baumästen und weiteren hölzernen Elementen.

Was hat es mit dem Mondholz auf sich?

Das Institut für Forstnutzung und Forsttechnik der TU Dresden hat sich mit dem Thema beschäftigt und informiert über die Erkenntnisse: Unter "Mondholz" bzw. "Mondphasenholz" sei solches Holz zu verstehen, das bei einer bestimmten, als "günstig" angesehenen Mondphase geerntet wird und dadurch eine Reihe außergewöhnlicher Holzeigenschaften besitzen solle. Die Einhaltung des adäquaten Zeitpunkts könnte zahlreiche positive Effekte auf die Holzeigenschaften haben, betont wird zumindest von unterschiedlichen Seiten: Es fault, wurmt und arbeitet nicht.

Mondholz
Mondholz
Mondholz
Mondholz

Historische Quellen für das Prozedere

In historischen Schriften finden sich eindeutige Hinweise auf die Fällung von Holz nach Mondphasen – allerdings fehlt eine allgemein gültige Regel. Im Gegenteil: Es gibt widersprüchliche Aussagen, die wohl auf Gegebenheiten wie Klima, Geografie, hoheitliche Interessen basieren. Zudem gehen die Forscher davon aus, dass sich im Laufe der Jahrhunderte Fehler bei der Übertragung der Regeln eingeschlichen haben. Heute herrscht weitgehend Konsens darüber, dass – wenn überhaupt – der abnehmende Mond positiven Einfluss auf die Eigenschaften des Holzes hat. Unterstützt wird dies auch durch die Mehrzahl der Natur- und Bauernregeln aus dem deutschsprachigen Raum.

Die Suche nach Beweisen

Historische Holzbauten – wie die Stabkirchen in Skandinavien, die Holzhäuser der Alpen oder die Pagoden in Asien – belegen die Langlebigkeit des Baustoffs Holz. Häufig werden die genannten Beispiele in einem Atemzug mit "Mondholz" genannt, jedoch fehlen die Beweise. Das verwundert nicht, schließlich sind zum Teil viele Jahrhunderte seit der Erbauung vergangen. Vielmehr erkennt der geschulte Betrachter, dass die jeweiligen Baumeister die Regeln des konstruktiven Holzschutzes berücksichtigten. Nichtsdestotrotz – oder gerade deshalb: Warum nicht einmal testen, wie wohltuend eine Übernachtung in einem "Holz100"-Zimmer bei Familie Berchtold in der wunderschönen Umgebung des Wallis sein kann?!

Hospitality

Hospitality

Das Hotel erfindet sich immer wieder neu. Eigenwillige Konzepte zeigen besondere Wege und bekennen sich eindeutig zu mehr Farbe.

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