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Brückenskulptur, Oberhausen

Farbe braucht Licht.

Bautafel

Standort Am Kaisergarten, 46049 Oberhausen

Bauherr Emschergenossenschaft Essen

Planung schlaich bergermann und partner Berlin MADAKO Oberhausen

Farbentwurf Künstlerisches Konzept Studio Tobias Rehberger Frankfurt a. M.

Ausführung Hans Tiefenbach GmbH Duisburg

  • <p>Die bunten Farbpartien des Kunststoffbelages wurden bei der Herstellung sauber gegeneinander abgeschalt.</p>

    Die bunten Farbpartien des Kunststoffbelages wurden bei der Herstellung sauber gegeneinander abgeschalt.

  • <p>Dem Künstler Tobias Rehberger war es wichtig, dass jeder Schritt über die Brücke zu einem sinnlichen Erlebnis wird.</p>

    Dem Künstler Tobias Rehberger war es wichtig, dass jeder Schritt über die Brücke zu einem sinnlichen Erlebnis wird.

  • <p>Leichtes Schwingen macht die Bewegungsenergie direkt spürbar und lässt die Brücke „lebendig“ werden – dies war durchaus Ziel der Planer.</p>

    Leichtes Schwingen macht die Bewegungsenergie direkt spürbar und lässt die Brücke „lebendig“ werden – dies war durchaus Ziel der Planer.

  • <p>Gerade die Dunkelheit macht die Brücke zum Highlight.</p>

    Gerade die Dunkelheit macht die Brücke zum Highlight.

  • <p>Die unterschiedlich langen Felder auf der Unterseite bilden ein wesentliches Gestaltungselement, das den mehr als 400 Meter langen Farbparcours dynamisch rhythmisiert.</p>

    Die unterschiedlich langen Felder auf der Unterseite bilden ein wesentliches Gestaltungselement, das den mehr als 400 Meter langen Farbparcours dynamisch rhythmisiert.

  • <p>Wie mit einem Lasso um das Laufband geworfen sehen die 496 Spiralringe aus Aluminium aus.</p>

    Wie mit einem Lasso um das Laufband geworfen sehen die 496 Spiralringe aus Aluminium aus.

  • <p>In Form eines großen U schließt hier die Brücke an den Fuß- und Radweg an.</p>

    In Form eines großen U schließt hier die Brücke an den Fuß- und Radweg an.

  • <p>Binnenschiffe unterqueren die Brücke auf dem Rhein-Herne-Kanal.</p>

    Binnenschiffe unterqueren die Brücke auf dem Rhein-Herne-Kanal.

Leicht und beschwingt sollte sie sein, spielerisch und farbenfroh die Sinne anregen und den Erlebnischarakter des Parks ergänzen, so Rehbergers Konzept. Dazu „warf“ er ein buntes Band über die Wasserstraße, das in einer Spiralfeder frei schwebend den luftigen Fußweg markiert. In enger Zusammenarbeit mit den Tragwerksspezialisten von schlaich bergermann und partner, Berlin, und den Landschaftsarchitekten Davids I Terfrüchte + Partner aus Essen wurde die Idee in eine begehbare Konstruktion übersetzt und in das Parkkonzept integriert. Entstanden ist ein ingenieurtechnisches und künstlerisches Unikat, für das jede Schraube maßgefertigt wurde. Neben der hindernisfreien und behindertengerechten Nutzung der Brücke gehörte auch die ungewöhnliche Durchfahrtshöhe von 10 Meter für Containerschiffe zu den zu lösenden Bauaufgaben. Der südliche Brückenaufgang wurde direkt in die Weg- und Sichtachse zum Schloss Oberhausen platziert, von wo er sich auf 170 Metern wie eine bunte Schlange in weitem Doppelbogen um einen Waldteich windet und in leichter Steigung durch die Wipfel des alten Baumbestands zur eigentlichen Brücke führt. Auch auf der Nordseite des Kanals konnte mit einer 130 Meter langen Rampe eine konstant sechsprozentige Steigung durchgehalten werden. In Form eines großen U schließt hier die Brücke an den kanalbegleitenden Fuß- und Radweg an.

Mit einem auf das Minimum reduzierten Tragwerk setzte Mike Schlaich die Leichtigkeit des künsterlerischen Entwurfs um. Der 2,5 Meter breite Fußweg aus Betonfertigteilen wird von zwei Blechbändern aus hochfestem Stahl getragen. Sie werden über zum Kanal geneigte Stützen gespannt und an den Stützenköpfen verankert. Das leichte Schwingen ist Bestandteil der Konstruktion einer jeden Spannbandbrücke und von den Planern in diesem Fall durchaus gewollt. Sie macht die Bewegungsenergie direkt spürbar, lässt die Brücke „lebendig“ werden und bereitet nicht nur Kindern Vergnügung und Spaß. Umhüllt wird die Brückenkonstruktion von einer großen Spirale aus Aluminiumprofilen, die an ein Kinderspielzeug, die „laufende“ Metallfeder Slinky, erinnert. Wild und unregelmäßig, wie ein Lasso von einer unsichtbaren Hand in 496 Spiralringen über das Laufband geworfen, so sollte die Spirale nach dem Wunsch des Künstlers aussehen

. Der Bodenbelag von Rampen und Brückenelementen ist aus einem elastischen, weichen Gummigranulat gefertigt, das als Aufprallschutz von Sport- und Spielplätzen bekannt ist. 88 Farbfelder aus 21 kräftig bunten Tönen von Gelb über Orange, Rot und Violett bis hin zu Türkis, Blau und Braun machen den Gang über den federnden Boden zu einem wahren Fest für die Sinne. Die Felder sind auch auf der Unterseite gefärbt und unterschiedlich lang. Sie bilden ein wesentliches Gestaltungselement, das den mehr als 400 Meter langen Farbparcours dynamisch rhythmisiert.

Damit die Brücke auch in der Dunkelheit ihre ganze Farbenpracht zeigen kann, entwickelte das Team von schlaich bergermann und partner ein Lichtkonzept, das direkt in die Brückenkonstruktion integriert ist. Verborgen in einem der beiden Handlaufprofile illuminieren tageslichtweiße Linienleuchten die Farbfelder auf den Boden und weisen Passanten den Weg. Im Tiefpunkt der Spiralbögen sind besonders lichtstarke LED-Leuchten versteckt. Sie beleuchten die Unterseite der Brücke diffus und lassen die farbigen Flächen in ihrer ganzen Brillanz erstrahlen. Und so scheint es, als ob die Brücke jeden Abend aus sich selbst heraus leuchtet – in allen Farben des Regenbogens. 

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