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Klare Kanten

Fotos: Thomas Rötting

Dieser Artikel erschien in der MarktImpulse 4/19

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Ordnung muss sein, Kleckern geht gar nicht. Den Zwickauer Malermeister Michael Bauer darf man gern pingelig nennen – das versteht er als Kompliment. Mit seinem Unternehmen maler-creativ hat er sich einen treuen und anspruchsvollen Kundenstamm aufgebaut. Sein Ziel: Besonderes schaffen!

Verschönerungen sind sein Metier. Malermeister Michael Bauer verbringt viel Zeit damit, bei seinen Kunden alles hübsch und harmonisch zu gestalten. Zum anstehenden 15. Geburtstag seines Betriebs maler-creativ in Zwickau beschenkt er sich ausnahmsweise selbst mit einer Verschönerung: einem neuen Logo.

Früher bildeten drei Pinselstriche in Rot, Blau und Gelb das Erkennungszeichen seiner Firma. Eher salopp dahingestrichene Farbverläufe, ein bisschen ausgefranst an den Seiten. Bunt, lebendig und kreativ sollte das wirken. "Passt zu unserem Beruf und meinem Unternehmen", so dachte er lange.

 

Man ist hier qualitativ gefordert. Das gefällt mir.

Andreas Pomper, Geselle

 

Mit den Jahren wurde Michael Bauer bei seiner Arbeit aber noch etwas anderes immer wichtiger: "Wir stehen für Sauberkeit und Geradlinigkeit", sagt er, "das verbinden unsere Kunden mit uns." Und das möchte er nun auch durch sein neues Logo ausdrücken.

Bald wird es überall zu sehen sein, vom Briefbogen bis zum Firmenwagen: Drei penible, superkorrekte Balken in den drei bekannten Firmenfarben sind nun sein Markenzeichen. Pingeligkeit versteht der 42-Jährige als Qualitätsmerkmal seines Unternehmens.

Häufig hört er: "Bei Ihnen läuft alles so korrekt und sauber, das gefällt uns." Über das positive Kundenfeedback freut sich Bauer, und er achtet darauf, dass dieser Eindruck bleibt. Das reicht von den kleinsten Pinselstrichen jedes Auftrags – er duldet keine Ungenauigkeit, keine Schludrigkeiten – bis zur Ordnung auf Baustellen. Chaos gibt es bei Bauer nicht. Jeder Firmenwagen muss aufgeräumt sein, die Mitarbeiter tragen blütenweiße Firmenkleidung. Natürlich gibt es darauf mal Farbflecke, aber immer liegt auch eine Wechselgarnitur im Wagen.

  • <p>Ordnung zählt. Das beherzigen Azubi Maximilian Porschitz, 19, und Justin Merkel, 21, auch im Firmenwagen</p>

    Ordnung zählt. Das beherzigen Azubi Maximilian Porschitz, 19, und Justin Merkel, 21, auch im Firmenwagen

Ordnung muss sein. Das weiß auch sein Team, zu dem derzeit acht Mitarbeiter gehören; viele davon arbeiten schon lange für ihn. Sie nicken grinsend, wenn der Chef erzählt: "Meine Mitarbeiter sagen, dass ich Sachen sehe, die anderen Leuten nicht auffallen. Kleinste Ecken und Kanten, die nicht hundertprozentig sauber gearbeitet sind und nachgebessert werden müssen."

Bauer übertrifft mit seinen Ansprüchen sogar so manchen Kunden. "Wenn es mal ein Projekt gibt, wo der Bauherr sagt, ach komm, lass mal, hier kommt's nicht ganz so drauf an. Das kann ich nicht akzeptieren. Es könnte ja ein Berufskollege vorbeikommen und sich fragen, wer da bei der Ausführung geschludert hat. Nein, das geht gar nicht."

  • <p>Das Johannisbad ist eine der Lieblingsbaustellen von Michael Bauer und seinem Mitarbeiter Andreas Pomper</p>

    Das Johannisbad ist eine der Lieblingsbaustellen von Michael Bauer und seinem Mitarbeiter Andreas Pomper

  • <p>Der gute Ruf des Betriebs zahlt sich aus: Die Auftragsbücher sind voll</p>

    Der gute Ruf des Betriebs zahlt sich aus: Die Auftragsbücher sind voll

Kreativität gehört zum Malerleben. Genauigkeit ebenso. Das hat Michael Bauer früh gelernt, denn bei ihm ist der Beruf eine echte Familiensache. Die Bauers sind eine Zwickauer Malerdynastie. Schon Urgroßvater und Großvater waren Malermeister, Michael Bauers Vater hat die Tradition fortgesetzt.

In den 1980er-Jahren baute er sich in der DDR ein eigenes Geschäft auf und führte es nach dem Mauerfall weiter, am heutigen Firmenstandort in der Zwickauer Nordvorstadt. Die nächste Generation schloss sich an: Michael Bauer und sein jüngerer Bruder wurden ebenfalls Malermeister. Anfangs war das gar nicht sein Plan. Nach dem Abitur wollte Michael Bauer zunächst Architektur studieren. Dafür reichte allerdings sein Notenschnitt nicht aus.

Also schrieb er sich an einer Berufsakademie für Bauingenieurwesen ein. Für das Studium benötigte er eine Firma, in der er mitarbeiten durfte, doch just jene, die er sich ausgesucht hatte, meldete überraschend Insolvenz an. Bauer musste sich schnell umorientieren, cancelte das Studium und begann kurzerhand eine Maler- und Lackiererlehre in der Firma seines Vaters, "um erst mal etwas in der Tasche zu haben".

Familienbetrieb mit Anspruch

Das Malerhandwerk wurde schließlich doch noch zu seinem Traumjob. Er merkte, dass er sich in diesem Bereich etwas aufbauen kann, das seinen Talenten und Vorstellungen entspricht. Er fing zunächst alleine an, gründete 2005 seinen eigenen Betrieb, der mit den Jahren kontinuierlich wuchs. Als sein Vater in Rente ging, wechselte er an dessen Firmenstandort. An der Zwickauer Rosa-Luxemburg-Straße liegt seine Zentrale inklusive Lager und Werkstatt.

Im Obergeschoss des Hauses wohnt Bauer mit seiner Frau Nicole, 41, und dem gemeinsamen Sohn Max, 6. Nicole Bauer spielt ebenfalls eine wichtige Rolle im Betrieb, sie organisiert das Büro und kommt viel mit Kunden in Kontakt: "Das Portfolio wurde immer anspruchsvoller. Inzwischen sind wir bekannt dafür, dass wir vor allem hochwertige Aufträge übernehmen." Heißt: "Nicht einfach Raufaser an die Wand und weiß streichen. Oft kümmern wir uns um das Besondere."

Der Betrieb maler-creativ bietet alle Arbeiten, die man mit Pinsel, Farbroller und Spachtel ausführen kann, in Innen- und Außenbereichen, dazu kommen die Gestaltung mit Bodenbelägen, Tapezierarbeiten und Dachbeschichtungen. Sogar die Gerüste bringen seine Mitarbeiter mit, sie montieren sie auch selbst. In den Sommermonaten bearbeiten sie oft Außenfassaden von Eigenheimen. "Die Auftragslage ist gerade so gut, dass wir eigentlich bis Weihnachten durchackern könnten. Aber unter fünf Grad arbeiten wir nicht mehr in Außenbereichen, da könnten wir die Qualität der Farben und Putze nicht mehr gewährleisten." Im Winter stehen dafür mehr Inneneinrichtungen in den Auftragsbüchern.

 

Wir stehen für Sauberkeit und Geradlinigkeit. Das verbinden unsere Kunden mit uns.

Michael Bauer, Inhaber und Geschäftsführer

 

Etwa ein Viertel seiner Arbeitszeit verbringt Michael Bauer auf Baustellen, mal um selbst mitzuarbeiten, mal um nach dem Stand der Dinge zu schauen. Er ist kein gefürchteter Chef, sondern ein sanfter, ruhiger Charakter, Vertrauen im Team ist ihm wichtig. "Wir gehen hier recht locker miteinander um, es gibt viele Scherze, aber klar ist auch, dass ein Respektsverhältnis besteht."

Wenn man ein Unternehmen führt, sollte man ein Gespür für Menschen haben, findet er. "Man ist immer auch ein bisschen Sozialpädagoge." Einfühlungsvermögen habe er früh gelernt, etwa als Fußballcoach. Mit 18 Jahren machte er seinen Trainerschein und betreute danach verschiedene Mannschaften des FSV Zwickau, vom Kinder- bis in den Männerbereich. "Ich habe mit sehr unterschiedlichen Menschen zusammengearbeitet. Da lernt man, wie man Wege findet, um komplexe Teams zu führen. Das hat mich geprägt."

Michael Bauer und Geselle Andreas Höll, 41, bei der Produktauswahl
Geselle Kenthy Sarfert, 26, ist mit Fassadenarbeiten beschäftigt
Der Kundenberatung, etwa zu Tapeten, widmet Bauer viel Zeit
Zum 15. Firmengeburtstag gibt es ein neues, klares Logo
Vom Firmenwagen bis zum Briefbogen präsentiert sich die Firma nun in neuem Design

Viel Zeit für Kundengespräche

Die meiste Zeit widmet der Chef Kunden- und Beratungsgesprächen. "Manche Kunden wissen am Anfang noch gar nicht richtig, was sie wollen, deshalb ist gute Beratung so wichtig." Dabei geht es auch um Trends und Moden. Derzeit aktuell: gedeckte Töne, helle, erdige Farben – auch mal kombiniert mit munteren Akzenten wie einer starken Farbe oder gemusterten Tapeten.

Aber nicht nur der allerneueste Schrei zählt. Genauso wichtig ist Bauer, dass die Designideen zum Kunden und zu seiner Einrichtung passen. "Es geht immer darum, gemeinsam abzuwägen und für jeden das Passende zu finden."

 

Wir sind bekannt dafür, dass wir vor allem hochwertige Aufträge übernehmen. Oft kümmern wir uns um das Besondere.

Nicole Bauer, Büroangestellte und Ehefrau des Inhabers

 

Eine historische Lieblingsbaustelle

Eine von Bauers Lieblingsbaustellen ist ein absoluter Architektur-Klassiker: das Zwickauer Johannisbad. Es handelt sich um ein ehrwürdiges Jugendstilbad, erbaut Mitte des 19. Jahrhunderts, wunderschön erhalten. Bauers Firma sorgt dafür, dass das so bleibt. Seit vielen Jahren kümmert sich maler-creativ um die kontinuierliche Instandhaltung des Bads, dafür wird die Halle im Sommer regelmäßig geschlossen.

Meist ist Bauers Mitarbeiter Andreas Pomper, 48, auf dieser Baustelle, er kennt das Bad inzwischen in- und auswendig. Pomper arbeitete bereits seit 1994 in der Firma von Bauer senior und wechselte 2005 zu maler-creativ. "Ein Familienbetrieb mit sehr angenehmem Klima", sagt er. "Die Aufträge sind immer schicker geworden, man ist qualitativ gefordert. Das gefällt mir."

Im Johannisbad können er und seine Kollegen die gesamte Palette ihrer Fertigkeiten abrufen. Mal müssen Außenfassaden aufgefrischt, mal Wände neu gestrichen, mal Bodenbeläge erneuert werden – großflächige Arbeiten. Aber immer wieder geht es auch um Filigranes, die historischen Blütenranken an den Wänden zum Beispiel, die mit besonders ruhiger Hand, feinsten Pinseln und passenden Schablonen regelmäßig nachgezogen werden müssen. Das alles bei schwimmbadwarmen Temperaturen und mit Blick ins azurblaue Wasserbecken. "Es gibt deutlich schlimmere Arbeitsplätze", sagt Pomper augenzwinkernd.

Auch Chef Michael Bauer ist stolz auf diesen Dauerauftrag. Als Zwickauer natürlich, denn ein Job in solch einer edlen Umgebung ehrt den Lokalpatrioten. Aber auch als Malermeister, der sich mit seiner Arbeit Vertrauen erworben hat. Zufriedene Kunden kehren zurück – das gehört zu seinen Regeln und Lehren.

 

maler-creativ

Im Jahr 2005 gründete Michael Bauer sein Unternehmen maler-creativ in Zwickau. Der Malerberuf hat in seiner Familie Tradition: Bereits seit drei Generationen werden bei den Bauers Malerbetriebe geführt. Sein Unternehmen beschäftigt derzeit acht Mitarbeiter. Im Mittelpunkt stehen Aufträge für Privatkunden, einige öffentliche Einrichtungen wie das historische Zwickauer Johannisbad gehören ebenfalls zum Kundenstamm. Der Betrieb bietet ein breites Portfolio an Dienstleistungen sowohl in Innen- als auch in Außenbereichen an: Angeboten werden unter anderem Maler- und Lackierarbeiten, Fassadengestaltungen und Bodenbelagsarbeiten.

 
Der bunte Block

Der bunte Block

Bevor das Team von Malermeister Horst Block auf der Baustelle loslegt, werden die Kunden beraten. Das Schöne dabei: Kein Auftrag gleicht dem nächsten!

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