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Wie im Film ...

Fotos: Oliver Kern, Freiburg

Dieser Artikel erschien in der colore 20 #himmelblau

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Betritt man von außen durch den Eingangsbereich mit eher niedriger Deckenhöhe das Foyer, so weitet sich schon bald der Blick. Durch die im Stockwerk darüber liegende Saalschräge öffnet sich der Raum, der so viel mehr ist als nur Vorraum. Ebenso wird hier das Verweilen zu mehr als nur Ticket, Popcorn, Limonade schnappen, Film schauen und wieder ab nach Hause.

Hier wird ein Kinobesuch zu einem Erlebnis: und zwar zu einem stilvollen. Ein funkelndes "Sehen" und "Gesehen werden" verspricht die aufwendige Freitreppe, die den letzten Aufbruch Richtung "ein paar Stunden eine andere Welt" symbolisiert und die neben den Kinosälen das komplexeste Bauteil innerhalb des Gebäudes ist.

Patrick Schnyder vom Architekturbüro meierpartner architekten aus Wetzikon (Schweiz) formuliert: "Die Treppe ist nicht nur Transitraum – sie besitzt Aufenthaltsqualität, sie lädt zum Innehalten ein!" Die Architekten hatten sich im Rahmen eines ersten Bauvorhabens für die KITAG CINEMAS einige Jahre zuvor für die Ausschreibung eines innenarchitektonischen Wettbewerbs entschieden.

Es galt, dieser Art von Event eine Architektur zu kreieren, die wiedererkennbar ist, die den Besucher begeistert: Er sollte nicht durch Absperrbanderolen geleitet, durch Schilder geführt und durch Schlangen und Unübersichtlichkeit entnervt werden ... er sollte freundlich abgeholt und intuitiv geleitet werden, konsumierend flanieren und entspannt den Weg in den Kinosaal finden.

Holzer Kobler Architekturen entschieden schließlich den Wettbewerb für sich, und zwar mit dem Konzept der ganzheitlichen Inszenierung. Alles geschieht im Flow, alles läuft reibungslos, ist auf Entschleunigung und Vorfreude ausgelegt. Das von dem Auftraggeber gewünschte Duty-free-Prinzip wurde genau so konzipiert, dass der Gast auf dem Weg in den Kinosaal sich mit Snacks und Getränken eindeckt, von Stand zu Stand spaziert und am Ende an der Kasse inklusive Kino-Ticket alles bezahlt.

Die sensibel gestalteten Deckenbereiche, in denen keine Lüftungsschlitze o. Ä., sondern nur Schattenfugen und Leuchten unter herausgearbeiteten Absätzen sichtbar sind, zeichnen in geschwungener Form die Schnittfigur der darüberliegenden Kinosäle nach und nehmen in ihrer Ausführung den Dialog auf mit dem hölzernen Boden und den bronzefarbenen Wänden, mit Einbauten und der schillernden Treppe. "Eher Hotellobby als Multiplex-Kino, Synergien durch eine Erweiterung des Freizeitangebots, ein ganzes Stück mehr Tiefe wurde hier geschaffen!", sagt Patrick Schnyder.

Nach dem Prinzip eines Duty-free-Shops flanieren die Besucher durch die Verkaufsebene, sammeln Naschzeug und Getränke ein und gelangen ohne nennenswerte Schlangenbildungen zu den Kinosälen.
Scala 99.00.69
ca. Scala 87.15.15
Scala 60.06.27
Scala 99.00.66
Scala 75.03.03
 

Die Farbtondarstellung am Monitor ist nicht verbindlich.

 

Projektdaten

  • OBJEKT | STANDORT KITAG CINEMAS Cinedome, Muri bei Bern, CH
  • BAUHERR | NUTZER KITAG Kino-Theater AG, Zürich, CH
  • ARCHITEKT KINO meierpartner architekten ag, Wetzikon, CH
  • INNENARCHITEKTUR Holzer Kobler Architekturen GmbH, Zürich, CH
  • TECHNISCHER BERATER Peter Schweizer, Brillux Muttenz, CH
  • AUSFÜHRENDER MALERBETRIEB Gerd Mair AG, Thalwil, CH
 
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