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Moderne trifft TraditionZeitgemäß zünftig

Fotos: Sven Rahm, Königsbrunn

Dieser Artikel erschien in der colore 19 #grasgrün

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Mit der Sanierung und Umgestaltung des Münchner Brauhauses "Paulaner am Nockherberg" gelang frank architekten ein Kunststück: die Integration von traditionellrustikaler Wirtshaus-Kultur in ein modernes Designkonzept.

Ein nach dem Reinheitsgebot gebrautes Bier darf nur vier Zutaten enthalten. Auch wenn das Gebot heute rechtlich nicht bindend ist, richten sich die meisten Traditionsbrauereien noch immer danach. Dass dieses Gebot nicht nur beim Brauen Tradition und Moderne verbindet, sondern auch in der Architektur relevant sein kann, zeigt die umfassende Neugestaltung der Münchner Gastronomie "Paulaner am Nockherberg" durch das Büro frank architekten aus dem bayerischen Eggenfelden. 

 

 "Beim Reinheitsgebot gibt es klare Zutaten und Regeln der Zubereitung", erklärt Prof. Markus Frank, Geschäftsführer des gleichnamigen Büros für Architektur und Innenarchitektur. "Und so wollten wir eben nicht nur nach dem Reinheitsgebot brauen, sondern auch bauen. Mit einfachen, schlichten Materialien und natürlichen, ehrlichen Oberflächen."

Trotz zeitgemäßem Design, neuem Foyer und moderner Lichttechnik ist der traditionelle Charme, die bayerisch-urige Atmosphäre erhalten geblieben.
Dass der Spagat zwischen Tradition und Moderne gelungen ist, zeigt sich auch an der Reaktion des Publikums: Internationale Gäste fühlen sich ebenso wohl wie einheimische Münchner aus dem Stadtteil Au-Haidhausen, für die das "Paulaner am Nockherberg" nach wie vor das "Wirtshaus um die Ecke" darstellt.

"Es war uns wichtig, den alteingesessenen Münchnern etwas Vertrautes wiederzugeben", sagt Markus Frank. "Gleichzeitig wollten wir die traditionelle Wirtshaus-Gastronomie verjüngen, optisch reduzieren und für ein neues Publikum interessant machen."

 

Über die Kombination von Farbe und Material eine gewünschte Atmosphäre zu erzeugen – das ist die Kunst.

Markus Frank, Geschäftsführer frank architekten 

 
  • <div><p>Veranstaltungssaal: Entwickelt in Anlehnung an das Alte und voller Mut und Gestaltungsfreude hinsichtlich des Neuen.</p></div>

    Veranstaltungssaal: Entwickelt in Anlehnung an das Alte und voller Mut und Gestaltungsfreude hinsichtlich des Neuen.

Das Handwerkliche muss man spüren

Die umfassenden Sanierungsarbeiten dauerten ein Jahr. Vom Gastraum über den mit moderner Veranstaltungstechnik ausgestatteten Saal bis zum Gewölbekeller mit Blick auf die Kupferkessel der neuen 20-Hektoliter-Brauerei wurde das "Paulaner am Nockherberg" vollständig runderneuert.

Mit einer Kombination aus Holzmöbeln, Parkettboden, Glas, Gold-Akzenten, Wänden in metallisch-schimmerndem Anthrazit und stilisierten Baumsilhouetten ist den Innenarchitekten eine atmosphärische Innengestaltung gelungen, die Gemütlichkeit und Style, Tradition und Gegenwart vereint. Grundsätzlich setzt der Architekt und Innenarchitekt Markus Frank Farbe eher reduziert ein.

Wichtig ist ihm dabei vor allem die Verbindung zur Materialität. "Farbe ist ein emotionales Gestaltungsmittel und jeder verbindet mit einem Farbton unterschiedliche Gefühlswelten", erklärt Markus Frank. Deshalb seien Material und Struktur der Farboberfläche ebenso wichtig. "Über die Kombination aus beidem eine gewünschte Atmosphäre zu erzeugen – das ist die Kunst. Es ist wie beim Bierbrauen: Das Handwerkliche muss man spüren. Man muss es mit allen Sinnen erleben, wenn man einen Raum betritt."

Kontrastreich mäandert die Treppe hinauf in den lichten Raum. Die Basis bildet das alte Wappen auf neuem Grund, das Raumvolumen wird durch eine filigrane Leuchtenskulptur geprägt.
72.06.30
63.06.33
42.03.30
75.03.27
60.03.24
 

Die Farbtondarstellung am Monitor ist nicht verbindlich.

 

Projektdaten

  • OBJEKT | STANDORT Paulaner am Nockherberg, München
  • BAUHERR | NUTZER Schottenhamel und Lechner, München
  • ARCHITEKT frank architekten GmbH | Eggenfelden
  • TECHNISCHER BERATER Jochen Kuhn, Brillux Passau
  • AUSFÜHRENDER MALERBETRIEB H. und F. Sammer Malereibetrieb GmbH, Gräfelfing
 
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