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20. April 2015, Leipzig Mehr Partizipation. Mehr Qualität?

Das Forum in Leipzig war ein voller Erfolg: 250 Architekten nahmen an der 17. Ausgabe der Veranstaltung teil, die damit wieder ausgebucht war. Die spannende Frage, ob die Partizipation der Öffentlichkeit an Planungsprozessen zu einer qualitativen Verbesserung von Architektur und Stadtplanung führt und welche Verfahren dabei baukulturell sinnvoll sind, stand im Mittelpunkt der Vorträge.

Die Location

In der Anfang der 1930er-Jahre von dem Hamburger Architekten Fritz Höger im Stadtteil Plagwitz erbauten Konsumzentrale fand das Forum nicht nur in einer außergewöhnlichen Location mit dem Charme vergangener Zeiten statt, sondern hatte damit auch den passenden Auftakt zu einem eindrucksvollen Architekturerlebnis.

Die Referenten

Prof. Dr.-Ing. Susanne Hofmann, die Baupiloten, Berlin, rechts: Moderator Burkhard Fröhlich Prof. Dr.-Ing. Susanne Hofmann, die Baupiloten, Berlin, rechts: Moderator Burkhard Fröhlich Sieghard Koitzsch, Konsumzentrale Leipzig Sieghard Koitzsch, Konsumzentrale Leipzig Bertram Schultze, Geschäftsführer der Leipziger Baumwollspinnerei Verwaltungsgesellschaft Bertram Schultze, Geschäftsführer der Leipziger Baumwollspinnerei Verwaltungsgesellschaft Prof. Christian Rapp, Rapp+Rapp Architekten, Amsterdam/Berlin Prof. Christian Rapp, Rapp+Rapp Architekten, Amsterdam/Berlin

Die Touren

Tour 1: Plagwitz – ein ehemaliger Industriestandort im Wandel

Plagwitz hat den Wandel fast geschafft. Die unmittelbare Nähe von Wohnen und Arbeiten wird wiederbelebt. Der Charme des Viertels liegt in der Ansiedlung unterschiedlicher Bevölkerungsschichten – vom gut verdienenden Single bis zur Familie mit Kindern. Die ehemaligen Buntgarnwerke am Ufer der Elster gelten als eines der größten Industriedenkmäler der Gründerzeit in Deutschland. Nach einer umfangreichen Sanierung befinden sich heute exklusive Lofts, Büros und Praxen darin. In der ehemaligen Baumwollspinnerei dagegen sind die Mieter vor allem Künstler und Kreative – der sehr werthaltigen Substanz ist es zu verdanken, dass man die Spinnerei in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt schonend sanieren und wiederbeleben konnte.

Foto: GRK-HOLDING AG

Tour 2: Jahrhunderte alt und immer wieder neu: der Universitätscampus und sein spannendes Umfeld

Seit ihrer Gründung 1409 prägt die Universität Leipzig auch architektonisch das Gesicht der Innenstadt. In den vergangenen 20 Jahren fanden mehrere Architektenwettbewerbe zur Neuordnung und Umgestaltung des Universitätscampus am Augustusplatz statt. Die aktuelle Planung interpretiert den Campus als Stadtbaustein, der durch Gassen und Passagen mit dem umgebenden Stadtgefüge verknüpft wird. Nach dem Vorbild der 600 Jahre alten Universitätskirche St. Pauli, die 1968 gesprengt wurde, prägen heute das Augusteum und das Aulagebäude (Erik van Egeraat, Rotterdam) das Bild einer modernen Universität im Herzen der Stadt.

Tour 3: Leipzigs Süden zwischen Forschung und Wissen, Kunst und Kultur

Mit den Sonderlaboren der Universität Leipzig und der Erweiterung der Deutschen Nationalbibliothek haben auch die Areale südlich der Innenstadt repräsentative Gebäude für Forschung und Wissenschaft bekommen. Doch der Süden bietet auch sehenswerte Bauten für Kunst und Kultur, etwa die von Peter Kulka umgebaute Galerie für zeitgenössische Kunst, das durch seine Veränderbarkeit Dialoge, Konfrontationen und Verhandlungen zwischen kuratorischer und künstlerischer Praxis und dem architektonischen Raum ermöglicht.

Tour 4: Leipzig im Wandel

Leipzig hat sich in den vergangenen 15 Jahren wie kaum eine andere deutsche Stadt verändert. Seit der Wende zeigt die Messestadt beispielhaft, wie Wiederaufbau und die Sanierung mit viel Engagement und Zielstrebigkeit wirkungsvoll betrieben werden können. Im Fokus dieser Tour standen aufwendig restaurierte Messehäuser wie der Speckshof und die Mädlerpassage wie auch die 2012 eröffneten Höfe am Brühl (Grüntuch Ernst Architekten, Berlin) und der kürzlich fertiggestellte City-Tunnel Leipzig. Eine der vier neuen Stationen des City-Tunnels, wird von einer Wand- und Deckenbekleidung aus hinterleuchteten Glasbausteinen bestimmt. Die scheinbar unendliche Wiederholung des immer gleichen Elements im Verlauf der leicht geschwungenen, lichtdurchfluteten Halle steigert die Empfindung von den Dimensionen dieser an sich schon großen Konstruktion.

Foto: Stefan Müller, Berlin

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