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Tchoban Foundation – Museum für Architekturzeichnung

Fotos: Roland Halbe;
Skizzen: Tchoban Foundation / Museum für Architekturzeichnung

Dieser Artikel erschien in der colore #graphitgrau

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Mit der Hand aufs Papier. Mal flink, mal gemächlich, mal anmutig huscht der Stift während des Skizzierens über den Untergrund und lässt die verschiedensten Dinge entstehen. "Zeichnen ist ein schneller Weg sich auszudrücken", sagt Sergei Tchoban, dessen Architekturbüro Tchoban Voss Architekten für die Realisierung des Museums für Architekturzeichnung in Berlin mitverantwortlich war.

Schon während seiner Studienzeit an der Russischen Akademie der Künste in Sankt Petersburg entwickelte Sergei Tchoban eine große Leidenschaft für Architekturzeichnungen. "Es ist spannend zu spüren, wie die Gedanken vom Kopf über die Hand auf das Papier geleitet werden. Diese Tätigkeit bringt wunderschöne Ergebnisse hervor."

Mit dem Erwerb einer Architekturzeichnung des italienischen Malers Pietro di Gottardo Gonzaga legte er den Grundstein für seine umfangreiche Sammlung und gründete 2009 die Tchoban Foundation, zu deren Eigentum mittlerweile mehrere Hundert Blätter verschiedener Epochen und Architekten zählen – von Hans Poelzig über Gottfried Böhm bis hin zu Zaha Hadid. Auch Werke aus eigener Feder beziehungsweise dem eigenen Bleistift sind Teil der Sammlung. "Besonders eindrucksvoll sind unter anderem die Skizzen von Boris Iofan, ein sowjetischer Architekt, der für den Bau des Palastes der Sowjets verantwortlich war. Seine Arbeiten sind sehr facetten- und ideenreich", erzählt Sergei Tchoban.

Ausgestellt werden die Werke unter anderem in dem Museum für Architekturzeichnung in Berlin, dessen Träger die Tchoban Foundation ist. Schon vor dem Betreten des Gebäudes kann der Besucher mit Blick auf die geschlossene Fassade auf den Inhalt schließen, denn die sandfarbene Außenhaut des Museums zeigt großformatige Architekturskizzen in Reliefform – zum Beispiel von dem italienischen Bühnenbildner Angelo Toselli. Der viergeschossige Massivbau erinnert zudem an übereinandergestapelte Kisten, die als Erker in verschiedenen Richtungen über die darunterliegenden Geschosse hinausragen.

Nur das obere Geschoss besteht aus einer Glasfassade. Im Innern ist das Thema des Museums auch außerhalb der Ausstellungsräume überall präsent, sei es an den Türen, an den Sitzmöbeln oder den Türgriffen. Erbaut wurde das Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Pfefferberg-Brauerei und reiht sich damit ein in die Kette weiterer Kulturinstitutionen, Galerien und Werkstätten an diesem Standort. Die gezeigten Ausstellungen entstehen zum Teil auch durch Kooperationen mit internationalen Partnern, wie kürzlich mit der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin.

Das Ziel des Museums ist es, die Tradition der Handzeichnung zu bewahren – und das gerade in der heutigen technologisierten Welt. "Heute misst man sich häufig nur noch an der Perfektion der Technik. Mit unseren Skizzen gehen wir zurück zum Ursprung – dem Moment der Entstehung. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als ich die Skizze für den Federation Complex in Moskau auf einem Flug nach Berlin angefertigt habe. Zu der Zeit nahm ich an dem Wettbewerb für den Bau des Hochhauses teil. Am Ende wurde er so realisiert, wie ich ihn im Flieger skizziert habe – ein unvergesslicher Moment, der nur durch Stift und Papier, Kopf und Hand entstanden ist", erinnert sich Sergei Tchoban.

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