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9. Juni 2016 Nachmittagsarchitektur in Potsdam

  • Nachmittagsarchitektur in Potsdam
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Potsdam ist eine der wenigen wachsenden Städte im Osten Deutschlands, über 30.000 Menschen zog es seit 2000 in die Stadt am Wasser. Nicht nur die Nähe zu Berlin, sondern auch die Lage und die zahlreichen Schlösser und Gärten der preußischen Könige im Stadtgebiet machen Potsdam so attraktiv. Neue Wohngebiete werden aktuell in der ehemaligen Speicherstadt und am Brauhausberg am Hauptbahnhof errichtet.

Die Flächen auf dem Bornstedter Feld, dem ehemaligen Bundesgartenschau-Gelände im Norden der Stadt, sind hingegen größtenteils ausgeschöpft. Stellvertretend für die Diskussion um zeitgenössische Architektur steht die kürzlich abgeschlossene Rekonstruktion des preußischen Stadtschlosses als Landtagsgebäude, die von vielen Bürgerinnen und Bürgern befürwortet wird.

Um 15:00 Uhr trafen sich die Teilnehmer zur Nachmittagsarchitektur am Infopoint der Deutschen Bahn in den Bahnhofspassagen am Hauptbahnhof in Potsdam und wurden von Herrn Wulke, Gebietsverkaufsleiter, und Herrn Dr. Köppler herzlich begrüßt. Nach einer kleinen Einführung begann die Exkursion mit der Außenbesichtigung des ersten Programmpunkts, des Sport- und Freizeitbads am Brauhausberg in Potsdam.

Das neue Sport- und Freizeitbad entsteht in zentraler Lage am Fuß des Brauhausberges, eines traditionsreichen Ausflugsziels und etablierten Standorts des größten Schwimmbades der Stadt. Eine Aufgabe des Neubaus ist, die besonderen Qualitäten des Stadtteils zu bewahren, der sich durch zahlreiche weitere Bauvorhaben insgesamt im Umbruch befindet.

Das Entwurfskonzept sieht einen einfachen Baukörper vor, der den vorgegebenen Baulinien folgt. Aus diesem massiven Block werden die einzelnen Funktionen – bildlich gesprochen – als Einschnitte herausgestanzt. Durch das Prinzip der Subtraktion entsteht im Inneren der Bauskulptur eine atmosphärisch abwechslungsreiche Badelandschaft.

Im Anschluss ging es mit den Teilnehmern zu einer kleinen Außenbesichtigung des Bereichs "Alter Markt", welcher nach Aussagen von Zeitzeugen des 19. Jahrhunderts einer der schönsten Plätze Europas war.

Die Bezeichnung "Alter Markt" umfasst historisch den auf allen Seiten der Nikolaikirche gelegenen Raum bis zur ehemals bebauten Wasserkante an der Alten Fahrt. Das bei einem Luftangriff 1945 zerstörte Palais Barberini bildete in der städtebaulichen Dramaturgie den südöstlichen Abschluss des Alten Marktes. Ebenso wie beim Stadtschloss ist beim Palais Barberini die Rekonstruktion der barocken Fassaden beabsichtigt; das Innere des Gebäudes wird dagegen modern gestaltet – für die ebenfalls moderne Kunst, die in das Museum Barberini einziehen wird. Die Fertigstellung des Museumsbaus ist für 2016 geplant. Der Alte Markt ist dann mit dem Stadtschloss, den Neubauten am Rathaus und jenen an der Brauerstraße fast wieder rekonstruiert.

Als Letztes durfte natürlich nicht die Innenbesichtigung des Landtags von Brandenburg fehlen. Der Zugang zum neuen Landtag erfolgt durch das Fortunaportal in den öffentlichen Innenhof. Dort wurden die Teilnehmer mit einer neu gestalteten Fassade überrascht, die sich ganz an den Leitgedanken des Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff orientiert.

Das neue Landtagsgebäude bot die einmalige Chance, die unvollständige Mitte Potsdams zu komplettieren und ein Zeichen der Zeit zu setzen. Unter der Wiederverwendung der historischen Elemente für die gesamte Außenhaut vollzieht sich im Inneren der Wandel vom Stadtschloss der preußischen Könige hin zum Bürgerhaus des Brandenburgischen Landtages.

Im Rahmen dieser Metamorphose der Knobelsdorffschen Fassade und des neuen Landtags wird vor allem im Inneren der Wechsel von Alt und Neu deutlich erfahrbar. Dabei übernimmt das wieder erschaffene Treppenhaus in der Achse des Schlosses in seiner transformatorischen Ausgestaltung die Klammerfunktion zwischen den historischen Fassaden und der modernen inneren Fassung der Räume.

Zum Get-together ging es in die Schmiede 9 in Potsdam. Die Einrichtung war passend zum Fachwerk schlicht und gemütlich gehalten. Auf der großen Terrasse konnten die Teilnehmer einen schönen Blick in den Hof genießen. Auch das Essen überzeugte mit seinen regionalen und hochwertig zubereiteten Spezialitäten. So konnten alle Teilnehmer zum Abschluss die gewonnenen Eindrücke austauschen und den Nachmittag bei kühlen Getränken Revue passieren lassen.

Die Stationen der Tour

Das neue Sport- und Freizeitbad entsteht in zentraler Lage am Fuß des Brauhausberges, einem traditionsreichen Ausflugsziel und etablierten Standort des größten Schwimmbades der Stadt. Eine Aufgabe des Neubaus ist die besonderen Qualitäten des Stadtteils zu bewahren, der sich durch zahlreiche weitere Bauvorhaben insgesamt im Umbruch befindet.

Das Entwurfskonzept sieht einen einfachen Baukörper vor, der den vorgegebenen Baulinien folgt. Aus diesem massiven Block werden die einzelnen Funktionen – bildlich gesprochen – als Einschnitte herausgestanzt. Durch das Prinzip der Subtraktion entsteht im Inneren der Bauskulptur eine atmosphärisch abwechslungsreiche Badelandschaft.

Die Bezeichnung "Alter Markt" fasst historisch den auf allen Seiten der Nikolaikirche gelegenen Raum bis zur ehemals bebauten Wasserkante an der Alten Fahrt, welcher nach Aussagen von Zeitzeugen des 19. Jahrhunderts einer der schönsten Plätze Europas war. Das bei einem Luftangriff 1945 zerstörte Palais Barberini bildete in der städtebaulichen Dramaturgie den südöstlichen Abschluss des Alten Marktes.

Ebenso wie beim Stadtschloss ist beim Palais Barberini die Rekonstruktion der barocken Fassaden beabsichtigt; das Innere des Gebäudes wird dagegen modern gestaltet – für die ebenfalls moderne Kunst, die in das Museum Barberini einziehen wird. Die Fertigstellung des Museumsbaus ist für Januar 2017 geplant. Der Alte Markt ist dann mit dem Stadtschloss, den Neubauten am Rathaus und jenen an der Brauerstraße fast wieder rekonstruiert.

Das neue Landtagsgebäude bot die einmalige Chance, die unvollständige Mitte Potsdams zu komplettieren und ein Zeichen der Zeit zu setzen. Unter der Wiederverwendung der historischen Elemente für die gesamte Außenhaut vollzieht sich im Innern der Wandel vom Stadtschloss der preußischen Könige hin zum Bürgerhaus des Brandenburgischen Landtages.

Im Rahmen dieser Metamorphose der Knobelsdorffschen Fassade und des neuen Landtags wird vor allem im Inneren der Wechsel von Alt und Neu deutlich erfahrbar. Dabei übernimmt das wieder geschaffene Treppenhaus in der Achse des Schlosses in seiner transformatorischen Ausgestaltung die Klammerfunktion zwischen den historischen Fassaden und der modernen inneren Fassung der Räume.

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