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8. Juni 2017 Nachmittagsarchitektur in Gelsenkirchen

Gelsenkirchen kann nicht wie viele andere Städte auf eine längere vorindustrielle Geschichte zurückblicken; es gibt hier keine historischen Kerne mit Fachwerkhäusern und Stadttoren. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung und dem damit verbundenen rasanten Bevölkerungswachstum bildeten sich urbane Strukturen.

Heute wird hier keine Kohle mehr gefördert, vieles hat sich gewandelt. Mit neuen Nutzungen werden die teils denkmalgeschützten Bauten der Vergangenheit wiederbelebt. Einen besonderen Stellenwert haben dabei Orte der Kultur und Begegnung als Impulsgeber für die neue Identität der Region.

Einige der in diesem Sinne besonders sehenswerten Gebäude wie das Hans-Sachs-Haus, das Musiktheater im Revier oder die Neue Synagoge Gelsenkirchen wurden im Rahmen der Nachmittagsarchitektur besichtigt.

Um 15 Uhr trafen sich alle Teilnehmer der Nachmittagsarchitektur und wurden durch Herrn Klingenberg, stellv. Gebietsverkaufsleiter von Brillux, und Peter Reuter, Architekturguide, herzlich begrüßt. Nach einer kleinen Einführung begann die Exkursion durch Gelsenkirchen. Die besichtigten Stationen werden im Folgenden noch einmal im Detail beschrieben.

Die Stationen der Tour

Das Hans-Sachs-Haus ist mit seiner backsteinexpressionistischen Fassade aus dem Jahr 1927 stadtbildprägend. Und es ist viel mehr als ein Rathaus. Das Hans-Sachs-Haus ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie unter Einsatz engagierter und kritischer Bürger Architektur eine gesellschaftliche Wertung erfährt und zusammen mit den Architekten ganz im Sinne von Baukultur eine unverwechselbare Identität von Architektur erhalten wird und entstehen kann.

Um die Jahrtausendwende wurde ein Neubau der Synagoge beschlossen und im Februar 2007 feierlich eingeweiht. Nun erscheint die Synagoge in einem völlig neuen Bild. Der Alte Betsaal wird heute als Begegnungsstätte und Seminarraum genutzt. Die Führung bietet Ihnen Gelegenheit, die Räumlichkeiten der Neuen Synagoge und ebenso die Jüdische Gemeinde und ihre Geschichte kennenzulernen, die weit über Gelsenkirchen hinaus bekannt sind.

Am 1. Dezember 1959 wurde das Musiktheater feierlich eröffnet und hat seitdem in über 50 Jahren nichts an Großzügigkeit und Modernität eingebüßt. Es zählt zu den herausragenden Werken der deutschen Nachkriegsarchitektur und steht heute unter Denkmalschutz.

Der Komplex aus Großem und Kleinem Haus war das Ergebnis eines Wettbewerbs, den 1954 die vier jungen Architekten Harald Deilmann, Max von Hausen, Ortwin Rave und Werner Ruhnau gewannen. Die weitere Durcharbeitung übernahm Werner Ruhnau. Freuen Sie sich auf einen Architekturrundgang in einem der schönsten Theaterbauten Deutschlands!

  • <p>Hans-Sachs-Haus; <i>Foto: Pedro Malinowski</i></p>

    Hans-Sachs-Haus; Foto: Pedro Malinowski

  • <p>Neue Synagoge; <i>Foto: Daniel Ullrich</i></p>

    Neue Synagoge; Foto: Daniel Ullrich

  • <p>Musiktheater; <i>Foto: Pedro Malinowski</i></p>

    Musiktheater; Foto: Pedro Malinowski

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